Garten der Frauen
in Hamburg-Ohlsdorf





"Das Leben und Wirken der Toten ist Teil unseres Denkens, Fühlens und Handelns und wird auch das Künftige mitbestimmen, denn Menschsein bedeutet, in einer Kontinuität zu stehen, in der die Gegenwart der Vergangenheit entstammt und die Zukunft sich aus dem Vergangenen entwickelt. So sehr Vergessen unabdingbar ist, um nicht vor der Fülle vor allem der düsteren Geschehnisse und Erfahrungen zu erliegen und handlungsunfähig zu werden, so sehr ist auch das Erinnern notwendig... Um die Lebenssituation von Frauen heute zu verstehen und im emanzipatorischen Sinne zu verändern, sind die Lebensgeschichten von Frauen aus der Vergangenheit von immenser Bedeutung."
(Zitat aus dem u. g. Buch, S. 9)


Gründung
Die konstituierende Vereinssitzung des "Gartens der Frauen" findet am Dienstag, den 05. September 2000 um 18.30 Uhr in Hamburg im Hauptgebäude des Ohlsdorfer Friedhofes (grosser Sitzungsraum) statt.



Anmeldung und Infos:
Dr. Rita Bake
Landeszentrale für politische Bildung
Große Bleichen 23
20354 Hamburg
Tel: 040- 42831-2160
Fax: 040-560 4462
  Der "Garten der Frauen" wird zur letzten Ruhestätte von Frauen und musealer Ort für alte Grabsteine von Gräbern bekannter Frauen.

Ihre Namen sind kaum auf Gedenktafeln zu finden, Straßen und Plätze tragen nicht ihren Namen, in den meisten Publikationen finden sie keine Berücksichtigung. Doch auf dem Friedhof sind ihre Gräber Zeugnis ihres Daseins, hier sind die Frauen wieder zu finden, die Hamburgs Geschichte mit geprägt haben und dennoch zumeist in Vergessenheit geraten sind. Allerdings bleiben ihre Grabstellen nur so lange der Nachwelt erhalten, wie die Verlängerungsgebühren für ihre Ruhestätten bezahlt werden. Wenn niemand für die Verlängerungsgebühren aufkommt, werden ihre Grabstätten geräumt. Und mit ihren Gräbern würden oftmals die letzten sichtbaren Spuren dieser Frauen verschwinden.

Im September 2000 will sich aus diesem Grund der Verein "Garten der Frauen" konstituieren, der für den Erhalt historischer Grabmäler von Frauen sorgen will und gleichzeitig Grabstätten für Frauen anbieten wird, die ihre letzte Ruhestätte inmitten von Frauen haben möchten.
Der Verein wird sich um die Realisierung, auch gartenarchitektonisch, des "Gartens der Frauen" kümmern, um die Auswahl der historischen Grabmäler und um die Erstellung der Viten der zu erinnernden Frauen. Aus den Mitgliedsbeiträgen werden u. a. die Garten- und Grabpflege sowie die Verlängerungsgebühren finanziert. Ein spannendes Projekt und eine gelungene Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Interessierte Frauen sind herzlich willkommen.
     
   

© J. A. 23. Juli 2000


"Stadt der toten Frauen. Der Hamburger Friedhof Ohlsdorf in 127 Frauenportraits" von Dr. Rita Bake und Brita Reimers (Landeszentrale für politische Bildung, 1997)
Aus dem Vorwort der Autorinnen:
"Wir stellen in diesem Buch Frauen vor, die in Hamburgs Vergangenheit politisch engagiert waren, sich für Frauenrechte einsetzten, im humanitären Sinne pädagogisch tätig waren, ihre wissenschaftliche oder künstlerische Begabung entfalteten, in der NS-Zeit im Widerstand kämpften, als Zuwanderinnen zwei Kulturkreise zu verknüpfen und damit anderen die Bewältigung von Kulturkonflikten vorzuleben versuchten - durch Energie und Einsatz ihrer persönlicher Fähigkeiten zu ihrer Zeit Ungewöhnliches leisteten."














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