Gegen-Rechts-Bewegung in Österreich




wir solidarisieren uns durch diese aktion mit allen fremden fremden und überfremden. wir geben bekannt, dass wir uns schon seit längerer zeit immer öfter fremd fühlen.

Hier der Aktions-Text



Appell der NGO Frauensolidarität

Die Regierung muss weg Autonome FrauenLesben, Wien, 18.02.2000

Im Jahr 2001 soll/te der "27. Kongreß von Frauen in Naturwissenschaft und Technik" in Wien stattfinden. Aufgrund der derzeitigen Regierungskoalition mit der FPÖ diskutiert die Wiener Vorbereitungsgruppe ob und wie unter diesen Bedingungen der Kongreß in Wien stattfinden kann. Dazu hat sie ein Statement verfaßt, das auf der Homepage des 27. Kongresses veröffentlicht ist. Die Frauen der Hamburger Kongressvorbereitungsgruppe haben das Statement aufgegriffen und bieten hierzu ein Online-Diskussions-Forum auf ihrer Page. Beteiligt Euch!

Offener Brief vom Wiener Philosophinnen Club und der AG Philosophische Frauenforschung der Uni Wien an Herrn Bundespräsident Klestil (10.02.2000)

Forderungen von Frauen auf der Protestkundgebung in Wien am 04.02.2000

Offener Brief von Laura Bradley (Oxford University, GB; 04.02.2000)

Appell an die internationale Öffentlichkeit
vom Redakteurinnenteam „ta mera“, Frauenschiene Orange 94,0

Österreich's CeiberWeiber veröffentlichen top-aktuell Frauenproteste und Artikel und Berichte zu der letzten Entwicklung in Österreich



Elfriede Jelinek über die FPÖ und Jörg Haider:

Das ganze Interview mit Elfriede Jelinek ist nachzulesen in der Berliner Morgenpost vom 27. Februar 2000   "Das neue politische Klima ist das alte, nur herrscht es jetzt sozusagen, früher war es noch versteckter. (...) Das »Sportstück« habe ich schon im Hinblick auf das sich Abzeichnende geschrieben: die Verachtung künstlerischer und intellektueller Leistung und die Vergötzung des Gesunden, Jungen, Sportlichen, Starken. Das Schwache, Fremde, das, was »nicht zu uns gehört«, wird ausgegrenzt oder vertrieben. .....Er (Haider, d. Redax) arbeitet, wie alle faschistoiden Bewegungen, mit dem ästhetischen Körperkult, mit dem homoerotischen Männerbund, der sich im Sport manifestiert, es ist sozusagen der erlaubte sexuelle Akt mit dem braungebrannten jungen - er ist genauso alt wie ich - »Führer«, der huldvoll seine Gunst gewährt. (...) Herr-Knecht-Verhältnisse sind in ihrer äussersten Zuspitzung Gewaltverhältnisse. Gewalt kann sich ja auch still äussern, ohne Gebrüll oder Schläge. Ausserdem ist Haider kein Macho, er wird auch nicht so empfunden. Frauen sind weder seine Wählerinnen, noch sind Frauen seine bevorzugten Kandidatinnen, mit wenigen Ausnahmen. Er ist der Führer eines homoerotischen Männerbundes und arbeitet bewusst mit homophilen Codes, natürlich ohne sich wirklich als homosexuell zu bekennen. Er lässt sich auf Nacktfotos veröffentlichen, und er spielt mit seiner sexuellen Ambivalenz. Ich glaube, dass das Phänomen Haider nicht zuletzt ein erotisches ist, denn er kann Mann und Frau zugleich sein, das gibt ihm das Schillernde, das die Massen »einfängt«. Mit Hitler war es ähnlich..."




Gegen Blau-Schwarz - BannerExchange



Der Widerstand gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ findet Ausdruck in ständigen vielfältigen und originellen Formen: Strassentheatern, Demos, Offenen Briefen, Kulturveranstaltungen, "Boy-& Girlkotts", Lesungen... Aufkleber werden gedruckt, BürgerInnenzelte eingerichtet, Webringe gegründet.

Menschen reden über Politik und die nicht vollzogene Vergangenheitsbewältigung in Österreich.

Menschen, die sich vielleicht auch als "nicht politisch" begreiften, sehen sich gefordert, Position zu beziehen.

Jedenfalls: Im eher biederen Österreich demonstrierten im Februar an einem Tag über 250.000 Menschen!!


"Keine hat das Recht zu gehorchen" (hanna arendt)



weitere Infos:
www.sos-mitmensch.at oder www.repclub.at
  04. Februar 2000: Ein übler Tag - nicht nur für Österreich.

Nun ist es beschlossen: Österreich wird zukünftig von einer rechts-konservativen Regierung regiert, bestehend aus der konservativen "Österreichische Volkspartei" (ÖVP) und der rechtsextremen "Freiheitliche Partei Österreich" (FPÖ). ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel zahlt einen hohen Preis für seinen Bundeskanzlersessel. Trotz nationaler und internationaler Proteste kam es zu einer Koalition. Eine zweite Machtübergabe sozusagen. Doch Neuwahlen wären vielleicht gemäss der letzten Entwicklungen in Österreich noch verhängnisvoller verlaufen.

FPÖ-Chef Jörg Haider scheint freudig-überrascht, wie gut seine Strategie zur Macht funktionierte. Nun hat letzere teilweise. Erklärtes Ziel seinerseits war jedoch seit jeher das Amt des Bundeskanzlers selbst. Dafür fällt es ihm leicht, im scheinbaren Hintergrund zu bleiben und für ein paar abzusehende Jahre in seinem Amt als Landeshauptmann in Kärnten zu bleiben. Die Macht so nah vor Augen unterschreibt er auch leichthändig eine Präambel zum Regierungsprogramm. Würden er und seine Parteimitglieder sich an deren Inhalte halten, würden wir ihn und seine FPÖ-Jünger nicht wiedererkennen. Das ist jedoch kaum zu erwarten. Zu erwarten ist eher, dass Haider sein "Lieblingsspiel" weiterspielt: ein falsches Spiel mit falschen "Lösungen" auf Kosten von MigrantInnen, Frauen, Minderheiten, Andersdenkenden....


Die Medien - Foren oder "Vorführplätze"?

Auch im Falle eines Jörg Haider`s ist es interessant zu beobachten, was für einen Tanz die Medien teilweise aufführen. Bislang unbescholtene Medienschaffende wollen ihn "entzaubern", "vorführen" und/oder mit ihm diskutieren. Und Quoten sollen angeblich keine Rolle spielen. (*Die Erde ist eine Scheibe.*) Prominente Politiker behaupten, sie hätten keine Angst vor einem Jörg Haider. Als ob es darum geht.

Interessant sind auch die neuen Wortspielereien der Medien für einen wie Haider. "Rechtsextremist" klingt einfach zu hart. Obwohl Haider die gleichen dummen Sprüche klopft wie deutsche Rechtsextreme macht ihn die Bezeichnung "Populist" gesellschaftsfähig. Nun haben wir also einen Populisten mit rassistischem und faschistischen Gedankengut, der medienwirksam übelstes Gedankengut in die Köpfe streut, um - falls international gebremst - dieses verbal auf leichte Art zu widerrufen. Letztendlich bleibt er ein Rassist und Rechtsextremist.


Wachsamkeit und Erinnerung

Der Machtantritt einer rechtsextremen Regierung ist schwer zu verdauen. All diejenigen, die sich für Menschenrechte in Österreich, in Europa und anderen Ländern engagieren, denen der Zusammenhang zwischen Faschismus, Rassismus und Sexismus (!) bewusst ist, all die, die einfach nicht zusehen wollen, wie wieder einer rechtsextremen Partei der Weg geebnet wird, sind nun gefordert.



 



Aktion Zivilcourage   Öster. email-Adressen:
Dr. Thomas Klestil, Präsident:
thomas.klestil@hofburg.at

Wolfgang Schüssel, Bundeskanzler
schuessel@oevp.or.at


 
     

Futurelinks mit Haider-Watch: Zitate und Biografie von Jörg Haider

  Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass, Intoleranz, Zweidrittelgesellschaft, ein überholtes Frauenbild und mehr sind wieder salonfähig geworden.
     
Anti-Defamation-League:
Jörg Haider. The Rise of an Austrian extreme Rightist
  ...Haider's recent attempts to promote a more moderate political agenda, for the purposes of attracting votes from the center...
     
Get to Attack   ...wendet sich gegen die Institutionalisierung von Rassismus, Sexismus und Nationalismus. Null-Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung.
     
Fight the FPÖ - ÖVP Coalition!   The people who need our support right now are the anti-racism organisations in Austria who are actively fighting the Haider rise-to-power. They think the best way to help them is to support them with their actions in Austria itself...



"Die Seilschaften. Das Spiel der Mächtigen in Österreich" von Elisabeth Horvath (Verlag Kremayr/Scheriau, Wien 1999. ISBN 3218006635; DM 34,-)
"Die FPÖ und die Frauen" von Maria Rösslhumer (1999; ISBN 3851152638; DM 34,-)
Vor der Information - Schwerpunktnummer: Antirassistische Öffentlichkeiten. Feministische Perspektiven, 1999/2000, A-1090 Wien, Säulengasse 7/15, Tel/Fax: +43/ 1/ 319 0561, email: vor.ri@eunet.at











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