
Archiv: internationale News Juli - September 2000
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Bei den vor vier Jahren in Südlondon gefunden sterblichen Überresten einer Frau handelt es sich nach Ansicht von ArchäologInnen des "Museum of London" um eine damalige Gladiatorin. Untersuchungen zufolge lebte die Frau gegen Ende des ersten und Anfang des zweiten Jahrhunderts nach Christus. Bereits 1986 war in London ein römisches Amphitheater entdeckt worden. Römische Autoren berichteten oft von weiblichen Gladiatoren, die gegen andere Frauen kämpften und als "Kuriosität" zwischen Wettkämpfen ihrer männlichen Kollegen auftraten. Trotz ihrer Popularität waren sie umstritten und ihr Auftritt wurde um 200 nach Christus schließlich verboten. Erstmals in der 1945 gegründeten französischen Elite-Hochschule Ecole nationale d'administration (ENA) ist am 13. September eine Frau zu deren Leiterin ernannt worden. Die 54-jährige promovierte Philosophin Marie-Françoise Bechtel tritt am 19. September 2000 ihren neuen Job an. Bechtel war selbst Studentin an der ENA, die von den meisten PolitikerInnen und SpitzenbeamtInnen absolviert wird. Ihre Promotion machte sie mit einer Arbeit über das Werk des Philosophen Voltaire. Die französische Regierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spitzenposten in der Verwaltung gleichmässig an Frauen und Männer zu vergeben. Die prominente britische Labour-Abgeordnete Dianne Abbott hat die Regierung von Premierminister Tony Blair als einen "Männerklub" bezeichnet, der sich in der Gesellschaft von Frauen "unwohl" fühlt. Abbott reagierte damit auf die Ankündigung der früheren Nordirland-Ministerin Mo Mowlam, vor den nächsten Unterhauswahlen ihren Parlamentssitz aufzugeben. Bei dem triumphalen Wahlsieg Blairs im Mai 1997 gingen 101 der 659 Unterhaus-Sitze an Frauen. Mehr als jemals zuvor in der britischen Parlamentsgeschichte. Trotz dieser Errungenschaft, so Abbott, bleibe der engste Kreis um Blair ein "Männerklub." Erfolgreichen und eigensinnigen Frauen werde immer noch mit Misstrauen begegnet. Abbott ist Abgeordnete für den Nord-Londoner Wahlkreis Hackney. Gemäss einer Umfrage der Monatszeitschrift "Riza Psicosomatica" erklärten 61 Prozent der 830 befragten 19- bis 66-jährigen Italienerinnen, dass ihre Depressionen erst durch die Hochzeit ausgelöst worden seien. In Brasilien sind zwischen November 1999 und Juni 2000 die registrierten Fälle der Immunschwächekrankheit AIDS um zwölf Prozent auf 190.494 erkrankte Personen gestiegen. Dabei seien Frauen stärker als Männer von der Zunahme betroffen. Auf die Frauen kämen 57 Prozent der neu registrierten Fälle. Die neu erkrankten Frauen seien fast alle Hausfrauen im Alter zwischen 20 und 39 Jahren. Der Gesundheitsminister bezeichnete die bisexuellen (Ehe)Männer als "Hauptverantwortliche für die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit in Brasilien". Durch die Regierungsbildung in dem südamerikanischen Land Venezuela sind vier Frauen im Kabinett vertreten: Anwältin Blancanieves Portocarrero (Arbeitsministerin), Anwältin Marisol Plaza Irigoyen (Generalbundesanwältin), Bankkauffrau Luisa Romero (Ministerin für Handel und Produktion) und die Ärztin Ana Osorio (Umweltministerin). Staatspräsident Hugo Chavez betonte, dass Frauen in der Gesellschaft Venezuelas in immer mehr Bereichen vertreten seien. Chavez hatte bereits 1999 drei Frauen an die Spitze der Ressorts Finanzen, Umwelt und Information gesetzt. Die Frauen verließen das Kabinett aus unterschiedlichen Gründen. 55 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg würdigt Kanada nahezu 50.000 so genannte "Kriegsbräute" aus Europa mit der Einweihung einer Gedenkstätte in der Hafenstadt Halifax in Neuschottland. Hier gingen damals die Frauen an Land, die zwischen 1942 und 1945 in ihren Heimatländern kanadische Soldaten geheiratet und mit den Alliierten gegen das Hitlerregime gekämpft hatten. Die meisten Frauen kamen aus Großbritannien, viele stammten aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Insgesamt hatten sie rund 22.000 Kinder in das Einwanderungsland Kanada gebracht und weitere dort geboren. Künftig können Frauen in Oman als Taxifahrerinnen für weibliche Fahrgäste arbeiten. Die Maßnahme soll "die Beförderung von Frauen erleichtern, die nicht von Männern gefahren werden oder zusammen in Bussen mit anderen Passagieren fahren wollten", zitierte eine Nachrichtenagentur den für den Verkehr im Sultanat zuständigen General. Die "Frauen-Taxis" können nur telefonisch bestellt werden. Die Taxifahrerinnen dürfen keine Leerfahrten durchführen und keine Fahrgäste unterwegs aufnehmen. Als erstes Emirat am Golf erlaubte Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Mai Frauen, Taxifahrerinnen zu werden. Auch dort dürfen Taxifahrerinnen nur Frauen und Kinder mitnehmen. Die Zahl der Kandidatinnen bei Kommunalwahlen in Brasilien hat sich in nur vier Jahren verdoppelt. Wie eine offizielle Wahlbehörde in Brasilia am 11. August bekannt gab, bewerben sich im Oktober 2000 rund 70.000 Frauen um ein Mandat als Bürgermeisterin oder Stadträtin. Das sind 18 Prozent der insgesamt 382.000 KandidatInnen. In Mexiko haben am 07. August Hunderte von Frauen gegen die strenge Abtreibungsregelung im Bundesstaat Guanajuato demonstriert. Die Frauen versammelten sich in Mexiko-Stadt vor dem Hauptquartier der konservativen Partei der Nationalen Aktion (PAN) des gewählten Präsidenten Vicente Fox. Ihr Zorn richtete sich gegen die Abtreibungsregelung im Bundesstaat Guanajuato. Die am 04. August von der dort regierenden PAN beschlossene Regelung verbietet eine Abtreibung auch dann, wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung entstanden ist. Erstmals seit der islamischen Revolution 1979 ist im südlichen Iran eine Frau zur Unterpräfektin berufen worden. Der iranische Innenminister ernannte Rahmat-Ruhani Sarwestani per Erlass für das Verwaltungsamt von Sarwestan. Als erste Frau in einem öffentlichen Amt überhaupt wurde 1996 Zahra Sadr-Azam Nouri zur Bürgermeisterin eines Teheraner Verwaltungsbezirks ernannt. Trotz eines Bevölkerungsanteils von 52 Prozent sind die Frauen im Iran in öffentlichen und politischen Ämtern nur gering vertreten. Zunehmend wird es ihnen durch eine Lockerung der rigiden Vorschriften aber erlaubt, am sozialen, kulturellen und sportlichen Leben des islamischen Landes teilzunehmen. In einer am 04. August in New York veröffentlichten Stellungnahme äusserte der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN) Kofi Annan seitens seiner Organisation tiefe Besorgnis zum Frauen-Arbeitsverbot in Afghanistan. Angesichts der dortigen Dürre und Nahrungsmittelknappheit trifft das Arbeitsverbot die bedürftigste Bevölkerungsgruppe: (verwitwete) Frauen und Kinder. Durch die Haltung der radikal-islamischen Taliban sei es den afghanischen Frauen auch nicht mehr möglich, bei der UN oder anderen Hilfsorganisationen zu arbeiten. Nach UN-Schätzungen sind allein in der Hauptstadt Kabul über ein Viertel aller 1,8 Millionen Menschen auf fremde Hilfe angewiesen, um zu überleben. Wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte, erhielten in den insgesamt 13 untersuchten EU-Staaten zuletzt 16,5 Millionen ArbeitnehmerInnen Löhne und Gehälter, die um mindestens 40 Prozent unter dem in ihren Heimatländern üblichen Durchschnittseinkommen lagen. Damit ist jede/r siebte Beschäftigte in der EU NiedriglohnempfängerIn. Mehr als drei Viertel aller NiedriglohnempfängerInnen waren Frauen. Zählten in Portugal und Dänemark deutlich weniger Beschäftigte zu NiedriglohnempfängerInnen als im EU-Durchschnitt, fiel in Großbritannien bereits jede/r Fünfte in diese Kategorie. In 43 Prozent der Fälle war ein niedriges Arbeitsentgelt ausschließlich auf eine Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen (Wochenarbeitszeit von weniger als 30 Stunden). In 37 Prozent der Fälle lag eine gering entlohnte Tätigkeit vor und in 11 Prozent der Fälle eine Kombination beider Faktoren. Drei Frauen und zwei Männer sind im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh von NachbarInnen als angebliche Hexen ermordet worden. BewohnerInnen des Dorfes Thimmapur im Distrikt Warangal hätten die Opfer aus ihren Häusern geholt, an Bäume gebunden, mit Benzin übergossen und angezündet, berichteten indische Medien. Festnahmen gab es den Behörden zufolge bislang nicht. Nach der Tat seien die meisten BewohnerInnen geflüchtet und hätten nur alte Frauen und Kinder zurückgelassen. Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage. Vor einer Woche war in Tripura im Nordosten des Landes eine Frau als Hexe beschuldigt und mit Hacken umgebracht worden. Künftig dürfen in Iran auch Frauen Gemeinschaftsgebete in islamischen Mädchenschulen leiten. Dies entschieden sechs der wichtigsten geistlichen Würdenträger per Religionsdekret (Fatwa). Mit dieser Massnahme sollen Schülerinnen ermuntert werden, an den täglichen Gemeinschaftsgebeten in den Schulen teilzunehmen. Nach offiziellen Erhebungen zeigen die Schülerinnen und Schüler in Iran immer weniger Interesse an den Glaubenspflichten. Die USA haben angekündigt, mit einem 300-Millionen-Dollar-Programm die Schulspeisung für hungernde Kinder zu gewährleisten. Wie US-Präsident Bill Clinton beim G-8-Gipfel in Japan erklärte, reicht die Summe aus, um neun Millionen Kindern in Entwicklungsländern ein Jahr lang eine warme Mahlzeit pro Schultag anzubieten. Die Nahrungsmittel für das Hilfsprogramm kommen aus Überschüssen der US-Landwirtschaft. Zur Durchführung der Schulspeisung wurde das Welternährungsprogramm (WFP) beauftragt. Laut WFP besuchen 120 Millionen Kinder weltweit keine Schule. Rund 300 Millionen Kinder haben ständig Hunger. Laut Aussagen der WFP-Sprecherin Christiane Berthiaume steigt die Zahl der SchülerInnen bis aufs dreifache, wenn es in der Schule täglich eine kostenlose Mahlzeit gibt. Viele arme Familien, die aus Kostengründen nur ihren Söhnen eine Ausbildung zukommen lassen, schicken bei einer kostenlosen Schulmahlzeit auch ihre Töchter zur Schule. Zu einem Streik im Haushalt haben aus Anlass des "Internationalen Tags der Hausarbeit" mexikanische Nicht- Regierungsorganisationen (NGO`s) die Frauen des Landes aufgerufen. Die Frauen in Mexiko sollen am 22.07. keine Arbeiten im Haushalt vornehmen. Am 21. Juli 2000 demonstrierten rund 500 Frauen im Zentrum von Mexiko-Stadt für eine Verteilung der Hausarbeit auf Frau und Mann. Das Motto der Forderungen lautete "Die Demokratie fängt zu Hause an". Angélica Ley vom Fraueninstitut der Hauptstadt betonte, das der geplante Generalstreik verdeutlichen soll, wie viel die Frauen im Haushalt (unbezahlt) leisteten, ohne dass dies je gewürdigt werde. Die Veranstalterinnen der Demonstration wiesen insbesondere auf die Doppelbelastung von berufstätigen Frauen hin. Da die Friedensverhandlungen für das ostafrikanische Land Burundi zu scheitern drohen, hat der Vermittler und frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela sich an Frauengruppen aus Burundi gewandt. Diese waren ebenfalls zu den Verhandlungen nach Arusha (Tansania) gereist. Die Frauen sollen an ihre Männer appellieren, damit diese einsehen, dass es notwendig sei, Frieden zu schliessen. Mandela empfahl den Frauen, den Männern zu drohen, nicht mehr für sie zu kochen und mit ihnen zu reden. Trotz eines Gipfeltreffens mit mehreren Präsidenten war es kürzlich nicht zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages gekommen. Sowohl Burundis Präsident Pierre Buyoya als auch Vertreter von Rebellengruppen weigerten sich, den Entwurf eines Friedensvertrages zu unterzeichnen. Dem Krieg zwischen Tutsis und Hutus sind in den vergangenen sieben Jahren rund 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, darunter viele Frauen und Kinder. In London ist das erste internationale Zentrum zur Erforschung und Verhinderung von Völkermord (Aegis) eröffnet worden. Ziel sei die weltweite Erforschung der Ursachen für Völkermord und die rechtzeitige Warnung an Regierungen vor ethnischen Kriegen. Aegis-Direktor Stephen Smith sagte in London, im 20. Jahrhundert seien Millionen von Menschen systematisch "abgeschlachtet" worden, nur weil sie einer bestimmten ethnischen Gruppe angehörten. Mit der Gründung des Zentrums solle nun erstmals der Versuch unternommen werden, "den Prozess des Völkermords zu verstehen und so schnell wie möglich zu stoppen". Eine Besorgnis erregende Zunahme von Gewalt gegen Frauen wird im Kosovo registriert. Die Britin Rachel Wareham arbeitet an einer von den Vereinten Nationen geförderten noch unveröffentlichten Studie. Danach haben ein Viertel der Frauen in den vergangenen beiden Jahren Gewalt erfahren. Die Gewalt gegen Frauen hat im Vergleich zur Zeit vor dem Kosovo-Konflikt zugenommen. Frauen stellen etwa 60 Prozent der Bevölkerung im Kosovo. Frauen haben ein Viertel der Stellen in der neuen Polizeitruppe. Bei den kommenden Wahlen soll auf mindestens jedem dritten Listenplatz eine Kandidatin stehen. Zwei albanische Frauen stehen inzwischen wesentlichen Abteilungen der neuen Provinzverwaltung vor. Nach dem in Indien in der vergangenen Woche die vierjährige Anju mit einem Hund verheiratet wurde, wurde der indische Hindu-Priester Abhay Chatterjee und der Vater des Mädchen in Untersuchungshaft genommen. Zu der makabren "Heiratszeremonie" nach hinduistischem Brauch und zur anschliessenden Feier im ostindischen Bundesstaat West-Bengalen kamen rund 50 Gäste. Eine vom Gesundheitsministerium in Paris neu veröffentlichte Studie gibt Auskunft über die Verhütungsgewohnheiten von Frauen. Der Studie nach werden Verhütungsmittel von den französischen Frauen mit Abitur zu 67 Prozent, von den Frauen ohne Abitur zu 58,5 Prozent genutzt. Von den Frauen mit Abitur nehmen mehr als 80 Prozent die Pille und 6,3 Prozent die Spirale. Bei den Frauen ohne Abitur nehmen 58,5 Prozent die Pille und 25 Prozent nutzen die Spirale. Der Bildungsgrad der Frau hat der Studie zufolge insgesamt einen starken Einfluss auf den Umgang mit Verhütungsmitteln. Weiterhin belegt die Studie, dass die religiöse Einstellung ebenfalls das Verhütungsverhalten beeinflusst. Atheistische und christliche Frauen verhüten demnach bei weitem mehr (75 Prozent) als Frauen moslemischen Glaubens. Für die Studie waren 1999 in Frankreich tausend Frauen zwischen 13 und 64 Jahren befragt worden. Lara Dutta, seit dem 12. Mai 2000 "Miss Universum 2000" aus Indien, hat angekündigt, sich während ihrer einjährigen Amtszeit für die Frauenrechte in Indien stark zu machen. "Das Recht der Frauen auf eine selbstbestimmte Sexualität, die Gleichheit der Geschlechter und Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen sind für diese Zeit meine Hauptanliegen," sagte sie bei einem Besuch in Bombay. Neben der Schulpflicht für Mädchen in Indien wolle sie sich weltweit für den Kampf gegen Aids einsetzen. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) werden Mädchen und Frauen in Indien noch immer stark diskriminiert. Rund 40 Prozent der Mädchen besuchen keine Schule. Die Abtreibung weiblicher Föten, die Tötung von Mädchen, die Schließung von Kinderehen, das Verbrennen von Witwen am lebendigen Leib und die Verstümmelung von Frauen gehören weiterhin zur gesellschaftlichen Praxis. Zum ersten Mal werden im Iran Frauen zu Feuerwehrleuten ausgebildet. Rund ein Dutzend neue Auszubildene bei der Teheraner Feuerwehr sind gegenwärtig Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Der stellvertretende Chef der Teheraner Feuerwehr bescheinigte im iranischen Fernsehen den Frauen "große Fähigkeiten für die Ausübung dieses Männerberufes". Aus religiösen Gründen ist die Ausbilderin ebenfalls eine Frau und tragen die Frauen unter dem roten Feuerwehrhelm ein Kopftuch. In den ersten Jahren nach der islamischen Revolution war den Frauen im Iran die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben erschwert worden. In jüngster Zeit schaffen es jedoch immer mehr Frauen, in die von Männern geprägten Berufe vorzudringen. Frauenorganisationen in Spanien protestierten am 15. Juli gegen die Veröffentlichung des Buches "La mujer en el islam" (Die Frau im Islam), in dem Mohammed Kemal, der Vorbeter der Moschee des südspanischen Badeorts Fuengirola Männern Tipps gibt, wie Ehefrauen geschlagen werden können, ohne das Spuren zu sehen sind. Die Frauenorganisationen forderten vom spanischen Parlament das Verbot des Buches. In dem Werk würden strafbare Handlungen gebilligt, kritisierten sie. Der Autor betonte, er sei nicht für die Züchtigung von Ehefrauen. Der Koran lasse dies aber als eine "präventive Maßnahme" zu. Eine britische Institution geht in den Ruhestand: Betty Boothroyd, "Madame Speaker" im britischen Unterhaus, erklärte mit 70 Jahren in den Ruhestand treten zu wollen. Betty Boothroyd war in der 900-jährigen Geschichte des Parlaments die erste Frau, die in das traditionsreiche Amt der Parlamentspräsidentin gewählt wurde. In dieser Funktion führte sie "mit Charme, Witz und Sachverstand" seit 1992 die Geschäfte des Unterhauses. Die Labour- Abgeordnete, die vor ihrer politischen Karriere als Revuetänzerin der "Tiller Girls" arbeitete, galt ferner als eine Kombination aus "schulmeisterlich" und "mütterlich". Mary MacMakin, Leiterin der Frauenhilfsorganisation "Physiotherapie und Wiederaufbauhilfe für Afghanistan", wurde nach viertägiger Haft von der regierenden ultra-fundamentalistischen Taliban-Miliz in Afghanistan ausgewiesen. Die Taliban beschuldigen die 71-jährige US-Bürgerin der "Spionage" und "anti-afghanischer Propaganda". Normalerweise bestrafen die Taliban Spionage mit der Todesstrafe. MacMakin wies die Vorwürfe kategorisch zurück. Vor ihrem Abflug in das Nachbarland Pakistan ermutigte sie die afghanischen Frauen mit ihrer Aussage, dass die Herrschaft der Taliban "nicht ewig dauern" könne. Mary MacMakin lebte seit mehr als drei Jahrzehnten in Afghanistan und kümmerte sich dort vor allem um die Witwen, deren Männer im Krieg gefallen sind. Die Kriegswitwen sind durch das Arbeitsverbot für Frauen besonders der Armut ausgesetzt. Die Hilfsorganisation lehrte die Frauen zu weben und sticken, damit sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen konnten. MacMakin hatte entgegen den Bestimmungen der radikalislamischen Taliban auch sechs Afghaninnen angestellt. Frauen dürfen in Afghanistan außer in medizinischen Berufen nicht außerhalb des Hauses arbeiten. Mary MacMakin will ihre Arbeit nach eigenen Angaben zu Gunsten afghanischer Frauen in der pakistanischen Grenzstadt Peshawar fortsetzen. Dort leben zahlreiche afghanische Flüchtlinge. Die radikalislamischen Taliban legen das islamische Gesetz, die Scharia, besonders streng aus. Mädchen sind vom Besuch öffentlicher Schulen ausgeschlossen. Frauen dürfen keinem Beruf nachgehen. Die Taliban wiesen ausländische Hilfsorganisationen erneut an, alle afghanischen Frauen zu entlassen. Frauen wird vorgeschrieben, sich vollständig zu verschleiern. Bei Verstössen werden sie von der Religionspolizei mit Schlägen gezüchtigt. frauennews-Special-Thema: Situation der Frauen in Afghanistan Im streng islamischen Saudi-Arabien wurde einer Prinzessin gestattet, einen Posten im Erziehungsministerium übernehmen. Die Arbeit als stellvertretende Unterstaatssekretärin in einer Abteilung für die Erziehung von Mädchen sei laut den Meldungen der regionalen Nachrichtenagenturen der höchste Posten, den eine saudische Frau jemals erhalten hatte. Frauen sind in Saudi-Arabien weitgehend aus dem öffentlichen Leben verbannt und dürfen nicht arbeiten oder Kontakt zu Männern haben, die nicht zu ihrer Familie gehören. Saudische Frauen benötigen außerdem eine schriftliche Erlaubnis ihres engsten männlichen Verwandten, wenn sie verreisen wollen. Helen Walton, die Besitzerin der US-Discountladenkette Wal-Mart, ist vermutlich die finanziell reichste Frau der Welt. Ihr Vermögen wird nach einem Bericht der britischen Wirtschaftszeitschrift "EuroBusiness" auf rund 92 Milliarden Mark geschätzt. Zweitreichste ist Liliane Bettencourt, die französische Besitzerin des Kosmetikkonzerns L'Oréal mit einem geschätzten Vermögen von 28,6 Milliarden Mark. Von den neun reichsten Frauen der Welt hätten sechs von ihren verstorbenen Vätern geerbt, die Unternehmen unterschiedlichster Branchen gegründet hätten. Das neue Wahlgesetz im Kosovo sieht für die Wahlen im Herbst eine Frauenquote vor. Gemäss der Geschlechterquote dürfen für höchstens 70 Prozent der Listenplätze Männer kandidieren. Mit der Quote und dem Verhältniswahlrecht wollen die internationalen Missionen im Kosovo im Herbst ein demokratisches System in den 30 Kommunen der Krisenprovinz aufbauen. Die 34jährige Autorin Joanne Kathleen Rowling kann sich freuen: 35 Millionen Exemplare der ersten drei Bände mit den Abenteuergeschichten des Zauberlehrlings Harry Potter wurden bislang weltweit verkauft. Die Geschichten wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Mit Erfolg und ungeheurem Wirbel erschien nun der vierte Harry Potter-Band. Die frühere Sozialhilfeempfängerin, ausgebildete Lehrerin und alleinerziehende Mutter einer Tochter wurde durch ihren Schreiberfolg eine der reichsten Frauen Großbritanniens. Neun Verlage erkannten ihr Können bei der Vorlage ihres Manuskriptes nicht und wiesen die Autorin ab. Der Londoner Verlag Bloomsbury nahm sich ihrer an, unterschlug jedoch mit dem Kürzel "J. K." den weiblichen Vornamen, um die "Voreingenommenheit kleiner Jungen gegenüber den Büchern von Frauen" auszutricksen. Gemäss einer im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie, der die medizinische Behandlung von rund 140.000 PatientInnen zu Grunde liegt, werden Frauen mit Herzinfarkten medizinisch weniger gut versorgt als Männer mit dem gleichen Krankheitsbild. Frauen bekommen bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus weniger häufig eine Notfallbehandlung als gleichaltrige Männer. Das Risiko, dass den Frauen Wiederbelebungstechniken vorenthalten werden, ist um 26 Prozent höher als bei den männlichen Infarktpatienten. Leighton Chan von der University of Washington, einer der Autoren der Studie, zeigte sich von diesen Ergebnissen "überrascht und sehr beunruhigt". Nach seinen Erkenntnissen müssen Frauen nach einem Infarkt auch durchschnittlich vier Minuten länger warten, bis bei ihnen eine Herzstrommessung gemacht wird. Der Zeitunterschied sei um so größer, je älter die Patientinnen seien. Der Studie zu Folge bekommen Frauen durchschnittlich erst in höherem Alter einen Herzinfarkt als Männer. Dabei seien sie gleichzeitig in besserem gesundheitlichem Gesamtzustand. Das wäre eine Erklärung dafür, warum bei Infarktpatientinnen trotz ihrer offensichtlichen Benachteiligung in der medizinischen Behandlung die Sterblichkeitsrate in den ersten 30 Tagen nach dem Herzanfall nicht höher liegt als bei den Männern. In den USA sind Herzkrankheiten die häufigste Todesursache bei Frauen über 65 Jahren. So starben 1992 rund 45 Prozent aller Frauen in dieser Altersgruppe an Herzbeschwerden. In Kuwait dürfen Frauen nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts auch künftig weder wählen noch für ein öffentliches Amt kandidieren. Das Verfassungsgericht wies am 04. Juli 2000 die vier Klagen von Frauenrechtlerinnen ab. Die Klägerinnen hatten geltend gemacht, das Wahlgesetz verstoße gegen die Verfassung, die beiden Geschlechtern ausdrücklich gleiche Rechte zubilligt. Ende 1999 hatte das lediglich aus Männern bestehende Parlament eine Gesetzesvorlage sowie ein Dekret des Emirs von Kuwait abgelehnt, denen zufolge Frauen mehr Rechte zugestanden werden sollten. Die Entscheidung des Verfassungsgerichts kann nicht angefochten werden. Der in seinem Amt bestätigte japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori (Liberaldemokrat, 62) hat sein neues Kabinett vorgestellt. Sechs der 19 Kabinettsmitglieder sind 70 Jahre oder älter. Das jüngste Alter beträgt 53 Jahre. Unter den 19 Kabinettsmitgliedern sind zwei Frauen. Chikage Ogi ist Ministerin für Bauwesen und Yoriko Kawaguchi ist Umweltministerin. Erstmals in der Geschichte der britischen Monarchie haben am 01. Juli vier Frauen die Wache vor dem Buckingham-Palast in London übernommen. Bisher ließ Königin Elizabeth II. ihren Wohnsitz nur von Männern absichern. Die Frauen gehören zu einem australischen Kontingent, das für drei Wochen mit der Bewachung des Königspalastes beauftragt ist. Die AustralierInnen, angeführt von Captain Cynthia Anderson, zeigten sich auch bei der Gestaltung des traditionellen Wachwechsels progressiver als die britischen Bewacher: Die australische Militärkapelle stimmte die Melodie einer Fernsehserie an. In den USA haben erstmals zwei Lesben mit offiziellem städtischem Stempel geheiratet. Die 29-jährige Carolyn Conrad und ihre 41-jährige Partnerin Kathleen Peterson gaben sich kurz nach Mitternacht am 01. Juli 2000 auf den Stufen des Rathauses von Brattleboro (Vermont) das Ja-Wort. Hunderte Lesben aus allen Teilen des Staates reisten zur nächtlichen Zeremonie an, um dem Paar zuzujubeln. Am 1. Juli 2000 war in dem Bundesstaat ein in den USA bisher einmaliges Gesetz in Kraft getreten, das Lesben und Schwulen so genannte "civil unions" erlaubt, die den Rechten einer Ehe entsprechen. Möglich sind nun u. a. die gemeinsame Steuererklärung und das Erbrecht zu Gunsten der überlebenden Partnerin. |
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