
Archiv: internationale News Oktober - Dezember 2000
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Der jahrelange Streit um eine Frauenquote hat das indische Parlament am 21.12.2000 erneut ins Chaos gestürzt. Unter heftigem Geschrei der Abgeordneten ging die Tagesordnung völlig unter. Der Parlamentspräsident Ganti Balayogi rief eine Zwangspause von drei Stunden aus. Als danach der Aufruhr erneut losbrach, gab er auf und schickte die Delegierten nach Hause. Ein Gesetzentwurf zur Frauenquote wurde zum ersten Mal 1996 im Parlament eingebracht. Jedes Mal, wenn sie erneut zur Diskussion steht, bricht im Parlament Tumult aus. Die Kongress-Partei, die linken KommunistInnen und weibliche Abgeordnete fordern, ein Drittel der Sitze in der Lok Sabha (Unterhaus) und in den Parlamenten der Bundesstaaten für Frauen zu reservieren. Die SozialistInnen und einige Abgeordneten der regierenden Bharatiya Janata Party lehnen dies ab. In der Lok Sabha sind bereits 22 Prozent der Sitze für Abgeordnete aus unteren sozialen Schichten und für verschiedene ethnische Gruppen vorgesehen. Käme die Frauenquote hinzu, wären 55 Prozent der Sitze des Parlaments reserviert. Die Zahl der weiblichen Abgeordneten in Indien ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Unter den 545 Mitgliedern der Lok Sabha sind derzeit 41 Frauen. Im Oberhaus (Rajya Sabha) sind von 245 Delegierten nur 19 Frauen. Das Verwaltungsgericht im nordostfranzösischen Nancy hat einer 38-jährigen Französin, die mit einer anderen Frau zusammenlebt, verboten, ein Kind zu adoptieren. Das Gericht hob damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts von Besancon vom Februar 2000 auf, das der Frau die Adoption eines Kindes erlaubt hatte. Das Urteil stützte sich dabei auf die in Frankreich geltende Rechtsprechung zur Adoption. 1996 hatte der Staatsrat bereits ein Adoptionsgesuch eines Physikprofessors wegen dessen Homosexualität zurückgewiesen. Das Urteil von Besancon hatte im vergangenen Jahr zu Petitionen konservativer Bürger und Parlamentarier geführt, die sich gegen ein Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen hatten. Zum "Weltmarsch der Frauen" kamen zwischen 15.000 (laut Nachrichtenagentur) und 30.000 (laut Veranstalterinnen) Frauen nach Brüssel, um auf die zu verbessernde weltweite Situation von Mädchen und Frauen hinzuweisen. Auf dem Treffen erklärte EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou, Gewalt gegen Frauen wird in allen Gesellschaftsschichten ausgeübt. Es müsse noch mehr dagegen und gegen Frauenarmut getan werden. |
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