Die Feministische Partei DIE FRAUEN kandidiert
in Schleswig-Holstein





Norddeutsche Zeitungen und Sendungen taten es kürzlich kund: Die Feministische Partei DIE FRAUEN bewältigte die Antrittshürde zur kommenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein.
Für die Wahl am 27. Februar 2000 in Kiel kandidiert die 33jährige Birgit Prange. Anlass für frauennews, ihr ein paar Fragen zu stellen.
     
Podiumsdiskussion in Kiel (Pumpe/Galerie):
Mittwoch, 16.2. ab 20 Uhr: Warum sollen wir euch wählen? - Mädchen- und Frauenarbeit lebt nicht nur von Luft und Liebe.

mit den Kieler Direktkandidatinnen zur Landtagswahl.
Moderation: Ursula Scheele.
Veranstalterinnen:
AK Autonomer Kieler Frauenprojekte, Frauenbündnis Kiel
  Birgit Prange, Kandidatin der Feministischen Partei in Kiel
email: Birgit.Prange@netsurf.de
     
[ Homepage der Bundespartei ]

Feministischen Partei DIE FRAUEN



[ Homepage vom Landesverband ]

Landesverband Schleswig-Holstein



[ Birgit Prange privat ]

... ist besonnen- leidenschaftliche Motorradfahrerin

... ist seit Jahren im Internet aktiv! Auf ihrer Homepage bietet sie nützliche und umfangreiche Adressen und Informationen für Mädchen und Frauen aus Kiel und Umgebung:
"Frauenpower in Kiel".

  Birgit, Du bist die Direktkandidatin der Feministischen Partei DIE FRAUEN in Kiel-Ost. Könntest Du Dich den Leserinnen kurz vorstellen?

Ja, gerne. Ich bin 33 Jahre alt und auf Fehmarn in Schleswig- Holstein geboren. Ich habe keine Kinder und bin von Beruf Sozialmanagerin. Seit 1996 bin ich Mitfrau der Feministischen Partei. Seit 1997 wohne ich in Kiel. Hier beteiligte ich mich aktiv an der Gründung unseres Landesverbandes Schleswig-Holstein im Mai 1998. Ich bin im Landesverband die Landesschatzfrau und kandidiere das erste Mal für DIE FRAUEN.

Mit welchen Zielen gehst Du in den Wahlwettbewerb?

Super wäre es natürlich, wenn wir die absolute Mehrheit bekommen würden und die erste feministische Ministerpräsidentin stellen. J
Wenn das noch nicht klappt, wären 5 % gut. Wir wollen aber mindestens 1% aller Stimmen für uns verbuchen.

Warum hast Du Dir ausgerechnet den selben Wahlkreis von Deutschlands einziger Ministerpräsidentin Heide Simonis ausgesucht?

Parteiintern haben wir lange darüber diskutiert. Es gibt mehrere Aspekte, warum wir uns so entschieden haben und auch einige, warum wir es nicht machen sollten. Ausschlaggebend war dann aber die Überlegung, dass es eine gute Chance für die Partei ist bekannter zu werden. Alle - WählerInnen, MedienvertreterInnen, PolitikerInnen - schauen auf Heide Simonis, davon wollen auch wir profitieren.

Für welche politischen Aufgaben würdest Du Dich besonders engagieren, wenn Du durch die Stimmen Deiner WählerInnen einen Sitz im Landtag bekommen würdest?

Meine Aufgabe sehe ich darin, die Interessen von Frauen in den Mittelpunkt meiner Politik zu stellen. Die rechtlichen Grundlagen für die Gleichstellung von Frau und Mann sind gegeben, nur die Umsetzung funktioniert nicht. Immer noch sind Frauen in der Erwerbsarbeit benachteiligt, sind sie mindestens einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie ausgesetzt und haben keine freie Wahlmöglichkeit ihrer Lebensweise, um nur einige Beispiele zu nennen..

Hast du ganz konkrete Vorstellung, die Du gerne zuerst umsetzen würdest?

Ich habe zwei Vorstellungen, die ich unbedingt umsetzen möchte. Zum einen darf es keine Einsparungen bei den Frauenprojekten mehr geben: Immer zum Jahresende, wenn es um die Haushaltsdebatte für das folgende Jahr geht, wird es kritisch für die Projekte. Das halte ich für eine Zumutung. Eine längerfristige finanzielle Absicherung ist hier notwendig. Mädchen und Frauen brauchen in Problemlagen kompetente Ansprechpartnerinnen. Es handelt sich dabei um keinen Luxus, den sich unsere Gesellschaft leistet, sondern um eine Notwendigkeit.

Das andere betrifft alleinerziehende junge Mütter. Durch meine Arbeit in einer privaten Jugendhilfeeinrichtung erlebe ich, wie schwer es für diese Frauen ist, ihre schulischen oder beruflichen Perspektiven umzusetzen. Als Beispiel will ich den nachträglichen Schulabschluss anführen. Es gibt natürlich Möglichkeiten einen Schulabschluss nachzuholen, aber die besonderen Bedürfnisse von alleinerziehenden Frauen finden keine Berücksichtigung. Hier müssen humanere Unterrichtszeiten geboten werden, z. B. Schulbeginn am späten Vormittag. Eine Kinderbetreuung sollte direkt angegliedert sein, auch für sehr junge Kinder. Außerdem wären das gemeinsame Mittagessen mit den Kindern wünschenswert sowie die Betreuung der Kinder in der Zeit, in der die Mütter Schulstunden vor- oder nachbereiten.

Wie jede Partei, die noch nicht im Landtag vertreten ist, musste Eure Partei, um zur Wahl offiziell zugelassen zu werden, eine Menge Unterstützungsunterschriften sammeln. Wie viele Unterschriften waren es und wie waren die Reaktionen der eher bedachten Norddeutschen, die Euch vielleicht noch gar nicht kannten?

Unser Landesverband existiert jetzt seit 18 Monaten und die Landtagswahl ist - bundesweit gesehen - schon unsere dritte Wahlbeteiligung. Zur Europawahl und zur Bundestagswahl mussten wir ebenfalls schon Unterschriften sammeln. Langsam entwickeln wir Routine. Aber es ist wirklich eine undankbare Hürde. Besonders zur hektischen Vorweihnachtszeit und bei norddeutschem Schmuddelwetter war es nicht einfach, die Leute zum Unterschreiben zu bewegen. Viele kannten uns schon und waren sofort bereit zu unterschreiben, andere waren sehr misstrauisch, da die Formulare alle persönlichen Daten abfragen. Als wir dann am 10. Januar 2000 die 1.000 Unterstützungsunterschriften für die Landesliste und jeweils 100 Unterschriften für meine und für die zweite Direktkandidatur in Lübeck abgeben konnten, waren wir erschöpft, aber glücklich.

Haben als UnterstützerInnen ausschließlich Frauen unterschreiben?

Nein, es haben uns auch viele Männer unterstützt. Manchmal sogar bereitwilliger als Frauen. Besonders auffällig war es, wenn wir Paare angesprochen haben. Während die Frau noch zögert hat er schon das Formular ausgefüllt und zurückgegeben. Wir haben schon spekuliert, ob es daran liegen könnte, dass Männer täglich ihre Unterschrift abgeben und sie es daher einfach gewohnt sind? ;-)

Wie viele Stimmen sind nötig, damit Du einen Sitz für die Feministische Partei gewinnst?

Eine Direktkandidatur kann nur mit den meisten Stimmen gewonnen werden. Neben Heide Simonis und mir gibt es noch vier Mitbewerber in Kiel-Ost.

Wie viele Mitfrauen gehören zum Landesverband der Feministischen Partei DIE FRAUEN in Schleswig-Holstein?

Gegenwärtig haben wir 62 Mitfrauen im Landesverband.

Wie können Euch Frauen bei der Wahl oder bereits jetzt im Wahlwettbewerb unterstützen?

Zum einen natürlich, indem sie uns wählen und zum anderen, indem sie uns einladen. Damit sind Projekte, Institutionen und Medien gemeint, die uns auf diese Weise die Möglichkeit geben, unsere Kandidatinnen und unsere Ziele vorzustellen.
In Kürze beginnen wir mit dem plakatieren. Auch da ist jede helfende Hand willkommen. Jedoch auch bei der Vorbereitung von Wahlveranstaltungen können wir Unterstützung gut gebrauchen. Spenden sind ebenfalls gerne gesehen, aber bei der aktuellen Diskussion traut sich ja keine mehr das auszusprechen. ;-)

Danke für das Interview! Und toi toi toi für die Wahl!

     
   

© J. A. Februar 2000













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