
Rückblick auf den Internationalen Frauentag am 08. März 2003
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| Grundwissen
zum Internationalen Frauentag Geschichte des Internationalen Frauentages weitere Frauen- und Gedenktage |
USA Tausende Demonstrantinnen nutzen Internationalen Frauentag zu Anti- Kriegs- Demo vor dem Weißen Haus Am Internationalen Frauentag sind in den USA mehrere tausend Demonstrantinnen zu Anti-Kriegsprotesten in Washington vor das Weiße Haus gezogen. Nach einem kilometerlangen Marsch durch die US- Hauptstadt umzingelte die in Lila gekleidete Menge den Sitz der Regierung. Mit lila Schildern und Flaggen in den Händen sangen die Demonstrantinnen "Give peace a chance" und führten zu "Friedenstrommeln" Tänze auf. Dem Aufruf der Organisation "CodePink for Peace" waren auch bekannte Autorinnen und Künstlerinnen gefolgt. Angeführt wurde die Demonstration von einer Gruppe junger Frauen; dahinter folgten selbsternannte "Rasende Omas", die von einem Lastwagen herunter Protestlieder gegen einen drohenden Krieg in Irak anstimmten. Wie in den USA üblich, forderte aus dem Abseits eine kleine Gruppe radikaler Konservativer die Frauen auf, "in die Küche zurückzugehen". Frankreich Mehr als 10.000 Demonstrantinnen protestieren in Paris gegen Gewalt gegen Frauen Mehr als 10.000 Demonstrantinnen haben in Paris am Internationalen Frauentag gegen Gewalt und Diskriminierung protestiert. Während die Polizei die Teilnehmerinnenzahl mit gut 10.000 angab, sprachen die Veranstalterinnen von rund 30.000. Zu dem Demonstrationszug hatten mehr als 70 Organisationen aufgerufen, darunter Menschenrechtsgruppen, Parteien und Gewerkschaften. Unter dem Motto "Weder Dirnen noch Unterwürfige" marschierte an der Spitze eine Gruppe von Frauen aus vor allem nordafrikanisch geprägten Vororten französischer Städte. Sie protestierte gegen die sich häufenden Gewaltverbrechen von Jugendlichen gegen junge Frauen. Die Gruppe, die zuvor in 23 Städten in Frankreich für ihre Aktion gegen Gewalt geworben hatte, wurde zusammen mit mehr als 400 Frauen von Premierminister Jean-Pierre Raffarin empfangen. Als Hauptforderungen nannten sie eine intensivere sexuelle Aufklärung, verstärkten Unterricht in französischer Sprache in den Vorstädten mit hohem Ausländeranteil und Notberatungsstellen im Falle von Gewalt in der Ehe. Auslöser für die Gründung der "Getto- Gruppe" war die Mißhandlung und der Tod der 17-jährigen Sohane Benziane, die im Oktober 2002 in Vitry-sur-Seine südlich von Paris Opfer junger männlicher Gewalttäter wurde, die in erster Linie aus einem islamischen Umfeld kamen. Sie hatten das Mädchen in einem Keller mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt. Grund: Das Mädchen hatte einen Freund! Inzwischen wurden vier Jugendliche wegen Verdachts des Mordes oder der Beihilfe zum Mord festgenommen. Sohanes 23-jährige Schwester Kahina, die am Protestzug teilnahm, klagte am Frauentag an: "Die Lage der Mädchen in den Vorortsiedlungen ist dramatisch." Die Mädchen zählten nicht und seien ständig von Gewalt bedroht. Ihre Familien verlangten, dass sie schweigen und sich den islamischen Traditionen fügen. "Wir kämpfen darum, einfach nur zu leben." |
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Als werktätige Frauen aus Anatolien haben wir heute mehr Grund als je zuvor, um auf die Straßen zu gehen. Unsere Probleme als Frauen, wachsen mit der Zunahme von Ausbeutung und Unterdrückung. Das häufige Gerede von „Modernisierung und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau“ ändert nichts an unserer doppelten Ausbeutung, der Gewalt, Belästigung und daran, dass unsere Identität und Persönlichkeit vom Kapitalismus als Marktware angeboten wird. Aber damit hören unsere Probleme nicht auf. Es gibt auch andere Probleme, die wir vielleicht nicht als unsere eigenen betrachten, die aber all dies vertiefen und in unserem Leben eine bestimmende Rolle eingenommen haben. Wir gehören zu jenen, die den Schmerz des Hungers und der Armut, welche vom IWF verursacht wurden, am meisten verspüren. Auf unsere Herzen drückt die Last der Würdelosigkeit, mitschuldig am Mord von irakischen Babys zu sein, indem unser Land zu einem amerikanischen Stützpunkt verwandelt und von den Yankees besetzt wird. Wir können die irakischen Frauen, deren Lebensgefährten und Kinder ermordet wurden, am besten verstehen! Wir sind Frauen eines Volkes, das im Befreiungskrieg Munition auf dem Rücken transportierte, und dem die Ehre der Unabhängigkeit bewusst ist. Während unsere Menschen in den F-Typ- Gefängnissen isoliert werden und auf dem Weg zum Tod jede Zelle von ihnen langsam abstirbt, sind wir es, die mit ihnen sterben.
Die Aktualität unseres Landes sollte auch unsere Tagesordnung bestimmen Es ist nicht ausreichend, am 8. März auf die Straßen zu gehen und zu rufen „Es gibt uns Frauen“, ohne dabei konkrete Forderungen im Zusammenhang mit dem Kampf der werktätigen Frauen und dem Kampf in unserem Land zu stellen. Dies kann nicht das geringste zur Befreiung unserer Frauen beitragen. Unser Land steht unter Besatzung, ist zu einem Stützpunkt gemacht worden, von dem aus ein Volk massakriert werden soll, aus den Gefängnissen werden nach und nach Leichen getragen, Menschen werden in Zellen isoliert, die gefangenen Frauen gefoltert und erniedrigt, unser Leben wird von Hunger und Unterdrückung beherrscht. Die Tagesordnung der werktätigen Frau, sollte die der sozial Schwachen und Unterdrückten sein. An der Tagesordnung unserer Frauen sollte am 8. März das Geschehen und der Kampf in unserem Land, der Kampf um Unabhängigkeit und Demokratie sein. Unsere Wut gegen die Unterdrückung und doppelte Ausbeutung und dagegen, dass wir als Ware auf den kapitalistischen Markt gestellt werden, sollte in der Beteiligung an diesem Kampf zum Ausdruck kommen. Unsere Plätze, sollten zu Orten verwandelt werden, an denen wir alle gemeinsam, Frauen, Männer, jung und alt, unsere Wut gegen die amerikanische Aggression und gegen die Isolation in den F-Typen hinausrufen.
Es sind unsere widerstandleistenden Frauen, die uns den Weg aufzeigen Unsere gefallenen Genossinnen im Todesfasten, die Gülsüman’s, Senay’s, Fidan’s, Zehra’s, sie alle haben die Identität, die an Frauen jeden Alters und Berufs zu verteidigen sind, mit ihrem Leben aufgezeigt. Sie waren Frauen des Kampfes. Sie haben in Fabriken, auf den Feldern, in Schulen und Armenvierteln demonstriert, dass die Befreiung der Frau über den gemeinsamen Kampf von Frauen und Männern führt. Sie haben sich dem Kampf gewidmet und die Identität der widerstandleistenden Frau geschaffen. Gülsüman, eine „Frau des Hauses und Reinigungskraft“, ist zum Vorbild aller werktätigen Frauen geworden. Zehra, die sich der Degeneration von Jugend und jungen Mädchen durch das System widersetzt hat, sagte, „auf alle Fragen eine Antwort gefunden zu haben“, während sie ihren Kampf im Todesfasten fortsetzte. Eine “sich befreiende Frau“ ist jene, die kämpft. Wenn wir an der richtigen Stelle kämpfen, dann wird es möglich sein, uns von den Ketten des Kapitalismus, die unseren Körper und Geist umschlingen, zu befreien. Die Identität der „sich befreienden Frau“ bildet sich aus dem Widerstand heraus. Wir möchten diese Wahrheit noch einmal nennen: “Ohne Frauen wäre die Revolution, ohne Revolution die Befreiung der Frau nicht möglich“. Die endgültige Befreiung der Frau bedeutet, die Ketten der Ausbeutung des Kapitalismus zu sprengen. Sie bedeutet die Revolution. In unserem Land, der Türkei, befinden sich die revolutionären Gefangenen seit mehr als zwei Jahren in einem Todesfastenwiderstand gegen die Isolationsfolter in den F-Typ- Gefängnissen. 61 Tage nach dem Beginn des Widerstands, am 19. Dezember 2000, wurden in einer dreitägigen militärischen Operation 28 Gefangene massakriert, um die herkömmlichen, kollektiven Gefängniszellen aufzuheben und die politischen Gefangenen in die sogenannten F-Typ- Gefängnisse in Isolationshaft zu sperren. Das Ziel dieser Politik, die in Europa und den USA ihren Ursprung hat und nun auf der ganzen Welt eingesetzt wird, ist es oppositionelle Gedanken zu vernichten, die Gefangenen sowohl psychisch als auch physisch zu zerstören. Der Todesfastenwiderstand gegen die Isolation wird derzeit von 16 Gefangenen, fortgesetzt. Bis heute sind 105 Menschen, darunter 42 revolutionäre Frauen, im Kampf gegen die Isolationsfolter gefallen. Die Frauen, die im großen Widerstand unsterblich geworden sind, und diesen immer noch in den Isolationszellen und Krankenhäusern unter der Folter der Zwangsbehandlung fortsetzen, sind zu einem unbesiegbaren Monument geworden, dessen Willen nicht gebrochen werden kann.
Es lebe der 8. März! und der revolutionäre Widerstand unserer Frauen in den Gefängnissen, Fabriken, Armenvierteln und Schulen! NEIN ZU ISOLATION UND KRIEG! DHKC Informationsbüro Wien _________________________________________________________________________________ Impressum: Tel/Fax: 01 971 83 72, e-mail: dhkc@chello.at |
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