FRAUENNEWS: Frauentag in Frankfurt/M.



INTERNATIONALER FRAUENTAG 08. MÄRZ 1998

von Konny Gerhard

Weitermachen oder fortfahren?
RATSCHLAG ZUR ZUKUNFT DER FRANKFURTER FRAUENBEWEGUNG

Es tut sich was in Sachen Frauenpolitik und was sich da tut, ist höchst widersprüchlich.
 


"Was nützt der schönste Frauenförderplan, wenn keine neuen Stellen zu besetzen sind.....Was nutzt den Frauenprojekten der Einstieg in die finanzielle Förderung, wenn gleich darauf die Kürzungen anfangen?"
(Sylvia Schenk: Thesen zur Zukunft der Frankfurter Frauenpolitik)



Die Befürchtungen, die seit dem Frauenstreiktag 94 immer mehr zu unserem Thema wurden, daß nämlich der Nachholbedarf der Frauen als Luxus betrachtet wird, der nur bei vollen Kassen bezahlt werden kann, werden jetzt Realität. Flugs werden besondere Förderungsmaßnahmen zu "Sahnehäubchen" erklärt, die die Frauen in Wirklichkeit gar nicht brauchen. Die Gleichberechtigung beweise sich gerade im Abbau von 'Privilegien'.
Die praktische Folge dieser, der Haushaltslage angepaßten, Betrachtungsweise wird sichtbar. Seien es gekappte berufliche Förderungsmaßnahmen, Abdrängung in prekäre Beschäftigungsverhältnisse, oder wie in Frankfurt die langsame Ausblutung von Projekten oder die Schließung des Frauenkulturhauses.

Kürzungen fangen ja nicht einfach an, wie es zu regnen anfängt, sondern werden politisch entschieden. Das Widersprüchliche an diesen Vorgängen ist, daß der Druck, der zur Realisierung vieler Erfolge der Frauenbewegung vorhanden war, anscheinend nun aber nicht ausreicht, das Erreichte zu verteidigen. Das ist sicherlich kein Frankfurter Phänomen. Aber warun bleiben unsere Kräfte vereinzelt? Kompetenz und Power sind vorhanden, das wurde sichtbar in der Auseinandersetzung mit den Thesen der Frauendezernentin.

- Gibt es, Die Frauenbewegung eigentlich noch ?
- Ruhen sich die jüngeren Frauen auf den Erfolgen der "alten Kämpferinnen" aus?
Ein Fitneß-Studio zieht pro Abend sicherlich mehr Frauen an, als wir mit unseren Veranstaltungen. Wir können uns darueber aufregen. Wir können es aber auch zur Kenntnis nehmen und überlegen, wo wir stehen, um dann vielleicht nach einer solchen Bilanz klarer zu sehen, was wir wollen und wie wir vorgehen könnten.

Für den Beginn einer solchen Klärung wollen wir den diesjährigen Frauentag nutzen und in einer Podiumsdiskussion, einen ersten Ratschlag veranstalten. Im Podium werden Frauen vertreten sein, die auch an der Anhörung im Römer beteiligt waren.


Kontaktadressen:

Brigitte Klass, Vogelsbergstr. 25, 60316 Ffm, Tel.: 49 66 03

Ulla Moser, Lettigkautweg 34. 60599 Ffm, Tel.: 61 46 28

Susanne Boette, Falkstr. 34, 60487 Ffm, Fax 77 95 85

 

Spendenkonto:
Christine Steinberger, Stichw. "8. März" Frankfurter Sparkasse 1822, Kt.Nr. 0349 809232, BLZ 500 502 O1


8. MÄRZ 1998

WIR GEHEN INS
FRAUENKULTURHAUS. Am Industriehof 7-9, Ffm-Hausen

um 11.00 Uhr: Frühstück, Eröffnung der Fotoausstellung "Zwischen den Spiegeln" von Ursula Hillmann

um 12.00 Uhr:
- ARBEITs-ZEIT Diskussionsrunde des Kreisfrauenausschusses des DGB, Referentin Barbara Dürk
- FEMINISMUS UND ISLAM Veranstaltung der Iranischen Frauengruppe in Frankfurt

um 14.15 Uhr:
- RASSISMUS IN DER FRAUENBEWEGUNG Veranstaltung von Amnesty for women
- LOKALE AGENDA 21 Veranstaltung der Feministischen Partei Die Frauen

um 16.30 Uhr:
- PODIUMSDISKUSSION: RATSCHLAG ZUR ZUKUNFT DER FRAUENBEWEGUNG IN FRANKFURT
Veranstaltung des Frauenbündnisses 8. März

19.00 Uhr:
KULTURVERANSTALTUNG DES FRAUENKULTURHAUSES mit: Die dissonanten Tanten (Chor), Theater Traumzeit: Die sechs Richtigen, Die Liederlichen Lesben (Chor)
Benefizveranstaltung des Frauenkulturhauses, Eintritt: 20.-/ 15.-DM

was sonst noch los ist:
FRAUEN ERGREIFEN DAS WORT
In den evangelischen Kirchen predigen am 8. März ausschließlich Frauen.
Um 11.00 Uhr ist Treffen im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15.

Am Samstag, den 7.3. in der Innenstadt: Solidarität mit den Frauen in Afghanistan, Aktion des Frauenverbands Courage und anderen

 

 

Special-Site Frauentag 1998

Bericht der Hamburger Demo vom 07.03.