Die Befürchtungen, die seit dem Frauenstreiktag 94 immer
mehr zu unserem Thema wurden, daß nämlich der
Nachholbedarf der Frauen als Luxus betrachtet wird, der
nur bei vollen Kassen bezahlt werden kann, werden jetzt
Realität. Flugs werden besondere Förderungsmaßnahmen
zu "Sahnehäubchen" erklärt, die die Frauen in
Wirklichkeit gar nicht brauchen. Die Gleichberechtigung
beweise sich gerade im Abbau von 'Privilegien'.
Die praktische Folge dieser, der Haushaltslage
angepaßten, Betrachtungsweise wird sichtbar. Seien es
gekappte berufliche Förderungsmaßnahmen, Abdrängung in
prekäre Beschäftigungsverhältnisse, oder wie in
Frankfurt die langsame Ausblutung von Projekten oder die
Schließung des Frauenkulturhauses.
Kürzungen fangen ja nicht einfach an, wie es zu regnen
anfängt, sondern werden politisch entschieden. Das
Widersprüchliche an diesen Vorgängen ist, daß der
Druck, der zur Realisierung vieler Erfolge der
Frauenbewegung vorhanden war, anscheinend nun aber nicht
ausreicht, das Erreichte zu verteidigen. Das ist
sicherlich kein Frankfurter Phänomen. Aber warun bleiben
unsere Kräfte vereinzelt? Kompetenz und Power sind
vorhanden, das wurde sichtbar in der Auseinandersetzung
mit den Thesen der Frauendezernentin.
- Gibt es, Die Frauenbewegung eigentlich noch ?
- Ruhen sich die jüngeren Frauen auf den Erfolgen der
"alten Kämpferinnen" aus?
Ein Fitneß-Studio zieht pro Abend sicherlich mehr Frauen
an, als wir mit unseren Veranstaltungen. Wir können uns
darueber aufregen. Wir können es aber auch zur Kenntnis
nehmen und überlegen, wo wir stehen, um dann vielleicht
nach einer solchen Bilanz klarer zu sehen, was wir wollen
und wie wir vorgehen könnten.
Für den Beginn einer solchen Klärung wollen wir den
diesjährigen Frauentag nutzen und in einer
Podiumsdiskussion, einen ersten Ratschlag veranstalten.
Im Podium werden Frauen vertreten sein, die auch an der
Anhörung im Römer beteiligt waren.
Kontaktadressen:
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Brigitte
Klass, Vogelsbergstr. 25, 60316 Ffm, Tel.: 49 66
03
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Ulla Moser,
Lettigkautweg 34. 60599 Ffm, Tel.: 61 46 28
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Susanne
Boette, Falkstr. 34, 60487 Ffm, Fax 77 95 85
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Spendenkonto:
Christine Steinberger, Stichw. "8.
März" Frankfurter Sparkasse 1822, Kt.Nr.
0349 809232, BLZ 500 502 O1
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8. MÄRZ 1998
WIR GEHEN INS FRAUENKULTURHAUS.
Am Industriehof 7-9, Ffm-Hausen
um 11.00 Uhr: Frühstück, Eröffnung der Fotoausstellung
"Zwischen den Spiegeln" von Ursula Hillmann
um 12.00 Uhr:
- ARBEITs-ZEIT Diskussionsrunde des
Kreisfrauenausschusses des DGB, Referentin Barbara Dürk
- FEMINISMUS UND ISLAM Veranstaltung der Iranischen
Frauengruppe in Frankfurt
um 14.15 Uhr:
- RASSISMUS IN DER FRAUENBEWEGUNG Veranstaltung von
Amnesty for women
- LOKALE AGENDA 21 Veranstaltung der Feministischen
Partei Die Frauen
um 16.30 Uhr:
- PODIUMSDISKUSSION: RATSCHLAG ZUR ZUKUNFT DER
FRAUENBEWEGUNG IN FRANKFURT
Veranstaltung des Frauenbündnisses 8. März
19.00 Uhr:
KULTURVERANSTALTUNG DES FRAUENKULTURHAUSES mit: Die
dissonanten Tanten (Chor), Theater Traumzeit: Die sechs
Richtigen, Die Liederlichen Lesben (Chor)
Benefizveranstaltung des Frauenkulturhauses, Eintritt:
20.-/ 15.-DM
was sonst noch los ist:
FRAUEN ERGREIFEN DAS WORT
In den evangelischen Kirchen predigen am 8. März
ausschließlich Frauen.
Um 11.00 Uhr ist Treffen im Evangelischen
Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15.
Am Samstag, den 7.3. in der Innenstadt: Solidarität mit
den Frauen in Afghanistan, Aktion des Frauenverbands
Courage und anderen
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