
Archiv Nationale News Juli-September 1998
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Zur Förderung des Engagements von Frauen für Frauen im medizinischen, sozialen und kulturellen Bereich verleiht das Unternehmen Johnson & Johnson GmbH den Preis "Frauen fördern Frauen". Einzelne Frauen, Fraueninitiativen und Journalistinnen können sich um den mit 30.000 DM dotierten Preis bis zum 31. Dezember 1998 bewerben. Infos unter: Fax 0221/ 561064 oder 101620.2341@compuserve.com Nach Ansicht des Petitionsausschusses des Bundestags müssen gesetzliche Krankenkassen nach einer Vergewaltigung im Einzelfall die Therapiekosten übernehmen. Konkret ging es um ein dreizehnjähriges Mädchen, das 1986 Opfer sexueller Gewalt wurde und seitdem unter Panik- und Zwangsstörungen leidet. Rund 44 Frauen und 3.000 Männer fliegen für die Lufthansa als Pilotinnen und Piloten. Bei den Bewerbungen beträgt der Frauenanteil rund zehn Prozent. Die Fluggesellschaft will den Pilotinnenanteil von weniger als 2 Prozent durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen erhöhen. Vor zehn Jahren fingen die ersten beiden Frauen als Pilotinnen bei der Lufthansa an. Die ersten Lufthansakapitäninnen wird es 1999 geben. Die Zahl der SozialhilfeempängerInnen stieg in den neuen Bundesländern um 23,9 Prozent auf 389.000 Frauen, Männer und Kinder, in den alten Bundesländern um 4,9 Prozent auf 2,53 Millionen Menschen. Insgesamt bezogen bundesweit 3,6 Prozent der Bevölkerung Sozialhilfe. Ende 1997 waren 56,1 Prozent der Sozialhilfe-EmpfängerInnen weiblich. (Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 19.08.98) Die "Initiative für die Abschaffung der diskriminierenden Bezeichnungen von Tiefdruckgebieten ausschließlich mit Frauennamen und Hochdruckgebieten ausschließlich mit Männernamen" sieht in der genannten Namensgebung Sexismus. Das alle Schlechtwetterperioden mit Frauennamen versehen werden, werfe ein falsches Licht auf die weibliche Hälfte der Menschheit. Am 20. August wollten die Frauen der Initiative ihre Unterschriftensammlung dem Meteorologischen Institut der Freien Universität Berlin übergeben. Vor Jahren sorgte in den USA die Women`s Liberation-Bewegung für die Abschaffung der gleichen Praxis. Die bundesdeutsche Initiative schlägt vor, Namen aus der Mythologie zu verwenden, wie Poseidon oder Aphrodite. Ein Frauen-Bündnis will auf Bund- und Landesebene den Kampf gegen Pornographie und sexuelle Gewalt verstärken. Am 14. August erklärten die Frauen in Bonn, daß der Zusammenhang zwischen Porno-Konsum und Sexualgewalt längst wissenschaftlich bewiesen sei. Statt aber die Ursachen zu bekämpfen, wird sich immer nur den Folgen der Gewalt gewidmet. Zwei von drei jungen Männern in Deutschland nutzen regelmäßig pornographische Medien. Die Frauen vom Bündnis fordern ein gesellschaftliches Umdenken. Pornographie soll neu definiert werden als ein Verstoß gegen die Menschenwürde und sexualisierten Hass. Kinder- und Frauenhass soll als Volksverhetzung in Zukunft geahndet werden wie Fremdenhass oder Antisemitismus. Das Bündnis schlägt folgende Definition vor: "Pornographie ist die verharmlosende, verführerische oder verherrlichende, in jedem Fall aber deutlich erniedrigende sexuelle Darstellung in Text oder Bild von Kindern oder Frauen, bei denen die Sexualobjekte Erniedrigung, Verletzung oder Schmerz zu geniessen scheinen,....geschlagen, gefesselt, mißhandelt, verletzt, verstümmelt, getötet oder auf andere Weise Opfer von Zwang oder Gewalt werden." Die Frauen fordern: - europaweite Anpassung der Strafbestimmungen bei Pornographie - eine verstärkte Selbstkontrolle der Medien - technische Sperren gegen Einspeisung von Pornographie im Internet - die Bestrafung des Handels mit Gewalt- oder Kinderpornographie - Verbot und Bestrafung des Besitzes von Gewalt- oder Kinderpornographie Wie das Fraunhofer-Institut in Karlsruhe in einer Untersuchung veröffentlichte, ist der Anteil der Internet-Userinnen auf knapp 30 Prozent gestiegen. Befragt wurden 1.000 Internet-NutzerInnen. Laut Umfrage kommen 6,7 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer aus der Arbeiterschicht. Von den insgesamt 1,9 Millionen geringfügig Beschäftigten sind 1,4 Millionen Frauen. Der Frauenanteil an den insgesamt 35,8 Millionen Beschäftigten der Bundesrepublik beträgt dagegen nur 43 Prozent. Die Hälfte der Frauen mit einem "620- oder 520-Mark-Job" ist zwischen 30 und 49 Jahren alt. (lt. Statistischem Bundesamt Wiesbaden vom 04.08.98) Eine Sachverständigen-Kommission hat eine Bestandsaufnahme der Situation der Kinder bis zu 14 Jahren erstellt sowie Empfehlungen zur Verbesserung unterbreitet. Lt. Bericht leben in Ostdeutschland 22 Prozent und in Westdeutschland 12 Prozent der Kinder in Armut. Zum Thema "Gewalt gegen Kinder" heißt es: Nach heutigem Kenntnisstand sei davon auszugehen, "daß in der Bundesrepublik 15 bis 20 Prozent aller Erwachsenen als Kind bis zum Alter von 16 Jahren schwerwiegende sexuelle und/ oder körperliche Mißhandlungen erfahren haben". Die Kommission empfiehlt u.a. dringend eine rechtliche Regelung mit einem Verbot von Züchtigung und einer Verpflichtung zur gewaltfreien Erziehung. Weiter sollen Politik, Jugendhilfe und Gesundheitswesen bessere Rahmenbedingungen schaffen. Eine kommunale Armutspolitik soll das gesamte Lebensumfeld von Kindern und Familien besser berücksichtigen. Zur offiziellen Übergabe des Berichts an Familienministerin Claudia Nolte waren keine Medien zugelassen, kritisierte Irene Johns (Mitglied der Kommission) vom Kinderschutzzentrum in Kiel. Die SPD unterstellte Nolte, den Bericht wegen unliebsamen Feststellungen aus Wahlkampfgründen zurückzuhalten. Gegen die Armutsfeststellung verwehrte sich Nolte. Regierungssprecher Otto Hauser vertrat die Auffassung: "Es gibt hier keine materielle Armut". In den alten Bundesländern betrug 1997 der Lohn im Produzierenden Gewerbe für Männer durchschnittlich 5.248 Mark und für Frauen 4.073 Mark. In den neuen Ländern verdienten Männer durchschnittlich 3.861 Mark und Frauen 3.472 Mark. Im Handel verdienten Männer im früheren Bundesgebiet durchschnittlich 5.382 Mark und Frauen 4.084 Mark. In den östlichen Bundesländern lag der Verdienst der Männer bei durchschnittlich 3.978 Mark und der Verdienst der Frauen bei 3.450 Mark. (Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 17.07.98) Ein neues Brustkrebszentrum wurde in Leipzig gegründet. Das Zentrum wird sich besonders den Patientinnen widmen, deren Erkrankung auf ererbte Veränderungen der Gene zurückzuführen sind. Rund jede zehnte Frau in der Bundesrepublik erkrankt an Brustkrebs. Pro Jahr erkranken etwa 45.000 Frauen neu an Brustkrebs, das damit die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen ist. Schätzungsweise 18.000 Frauen sterben jährlich an den Folgen dieser Krankheit. Die Zahl der Neuerkrankungen ist ansteigend. Dabei sind immer jüngere Frauen von Brustkrebs betroffen. Frauen sind nur zu 12,2 Prozent in den 355 Gremien des Bundes (insgesamt 8.639 Beschäftigte) vertreten. Die Zahl der Gremien ganz ohne Frauen beträgt 28,7 Prozent. Zu diesen Gremien gehören u.a. der Stiftungsrat der "Stiftung Wissenschaft und Politik" beim Bundeskanzler, der Vorstand der "Alexander von Humboldt-Stiftung" beim Auswärtigen Amt, die "Kreditanstalt für Wiederaufbau", der "Verwaltungsrat der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben" beim Finanzministerium, der "Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium", der "Seeverkehrsbeirat" des Verkehrsressorts, der "Kerntechnische Ausschuß", die "Reaktor-Sicherheitskommission" des Umweltministeriums... 1997 haben 273 Wissenschaftlerinnen habilitiert (31,3 Prozent mehr als 1996). Der Anteil der Frauen lag damit bei rund 16 Prozent und ist damit in den letzten fünf Jahren um drei Prozent gestiegen. Eine Habilitation ist notwendig für eine Bewerbung um eine Professur an Hochschulen. Am 10. Juli 1998 stimmte der Bundesrat mit großer Mehrheit dem Hamburger Antrag zu, daß sich gleichgeschlechtliche Paare in einem amtlichen Verzeichnis registrieren lassen können. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, ein entsprechendes Rechtsinstitut einzurichten. Gemäß dem Umfrageergebnis des Münchner Meinungsforschungsinstituts "Icon kids & Youth" erhalten Mädchen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren im Schnitt DM 28,20, Jungen dagegen im Schnitt DM 34,50 Taschengeld von ihren Eltern. Nach Information der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zahlen rund 800.000 deutsche Männer keinerlei Unterhalt für ihre Töchter und Söhne. Das wäre etwa jeder dritte unterhaltspflichtige Vater. Der Staat hat dadurch Ausgaben von 1,6 Milliarden jährlich. Die Kreisstadt Eutin, erst kürzlich durch radikalen Feminismus in die Medien gekommen, hat ihre Stadtsatzung wieder verändert und verwendet nun weibliche und männliche Bezeichnungen für ihre FunktionsträgerInnen. |
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