
Archiv: internationale News Oktober - Dezember 1999
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Der diesjährige Preis für Friedenserziehung der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ist am 13.12.1999 in Paris der argentinischen Menschenrechtsorganisation Mütter der Plaza de Mayo übergeben worden. Die Vorsitzende der Organisation, Hebe de Bonafini, nahm den mit 25.000 Dollar (gut 48.000 Mark) dotierten Preis entgegen. Hebe de Bonafini erinnerte in ihrer Rede an die Gründung der Organisation vor 22 Jahren, als 14 Frauen vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires von der damaligen Militärjunta Aufklärung über das Schicksal ihrer verschwundenen Söhne forderten. Jeden Donnerstag demonstrierten daraufhin Mütter auf der Plaza de Mayo. Seitdem die Mütter der Plaza de Mayo wüssten, dass ihre Söhne nicht mehr zurückkehren würden, hätten sie sich entschlossen, mit allen Müttern solidarisch zu sein, deren Kinder durch Bomben, Armut oder Hunger zugrunde gingen. Die vereinigten Frauen haben inzwischen mittlerweile eine Bibliothek, ein literarisches Cafe, ein Kulturzentrum und eine Volkshochschule für Friedenserziehung ins Leben gerufen. Frauen in vielen Ländern der Welt können ihre Rechte bald individuell bei den Vereinten Nationen einklagen. Dieses Beschwerderecht wurde ihnen am Internationalen Tag der Menschenrechte durch ein Zusatzprotokoll zur UN- Frauenrechtskonvention zugesichert. Künftig können Frauen, die bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche im eigenen Land alle juristischen Mittel ausgeschöpft haben, direkt bei UN-Stellen gegen Diskriminierung in allen Bereichen des Lebens klagen. Ebenso wird für Frauen die Förderung im Beruf oder die Verpflichtung von Regierungen einklagbar, gegen Einkommensnachteile von Frauen gegenüber Männern vorzugehen. Auch Zugangsbeschränkungen für Frauen in bestimmten Berufen können künftig vor den UN angefochten werden. In Deutschland könnte das zum Beispiel die Diskussion um den Dienst von Frauen an der Waffe bei der Bundeswehr neu beleben. Das Beschwerderecht tritt in Kraft, wenn mindestens zehn Staaten das Protokoll ratifiziert haben, womit im kommenden Jahr gerechnet wird. Der Frauenrechtskonvention sind bislang 165 Staaten beigetreten. Ausnahmen sind die USA und einige streng islamische Länder. Die inhaftierte birmanische Journalistin San San Nweh hat den jährlich vergebenen Medienpreis der internationalen JournalistInnen-Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) zuerkannt bekommen. Die 55-jährige San San Nweh wurde am 6. Oktober 1994 von den regierenden Militärs wegen der Verbreitung "staatsschädigender Informationen" zu sieben Jahren Haft verurteilt. Wegen der Weitergabe "parteiischer Sichtweisen" an französische Journalisten wurden später drei weitere Jahre Haft verhängt. Die Journalistin und Schriftstellerin, die der Partei der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi angehört, leidet nach RSF-Angaben auf Grund von Folter und harten Haftbedingungen an Augen- und Leberbeschwerden. Sie hatte zuvor mehrere Frauen-Magazine geleitet. Die Organisation erinnerte am Freitag daran, dass in Birma zur Zeit 13 weitere Journalisten eingesperrt seien und "eine wahre Hölle durchleben". Ein Journalist sei im vergangenen Jahr in der Haft ums Leben gekommen, ein weiterer ringe in seiner Zelle mit dem Tode. Neben San San Nweh wurden sechs weitere JournalistInnen für ihren Einsatz gewürdigt, darunter als weitere Frau die Chefredakteurin Amal Abbas der unabhängigen sudanesischen Zeitung "Al-Rai Al-Akhar". Der von einer internationalen Jury vergebene Preis ist mit 50.000 Franc dotiert und wird an JournalistInnen verliehen, die sich durch ihre berufliche Tätigkeit sowie ihre Haltung besonders für die Pressefreiheit eingesetzt haben. Die neuseeländische Premierministerin Helen Clark hat ihre neue Regierung vorgestellt, der insgesamt 11 Ministerinnen und 14 Minister angehören. Gesundheitsministerin Annette King war bereits von 1984 bis 1990 in der damaligen Labour-Regierung vertreten. Die französische Regierung will die politische Karriere von Frauen gezielt fördern. Innenminister Jean-Pierre Chevenement präsentierte im Kabinett einen Gesetzentwurf, der vorschreibt, bei künftigen Wahlen die Hälfte der Plätze auf Kandidatenlisten für Frauen zu reservieren. Parteien, die mehr Männer als Frauen aufstellen, sollen demnach künftig zur Kasse gebeten werden. Die Ministerinnen in der Regierung nannten den Vorstoß ein historisches Ereignis. Staatspräsident Jacques Chirac und Premierminister Lionel Jospin begrüßten den Entwurf. Der Gesetzentwurf macht nur Vorschriften über die Zahl der Kandidatinnen, nicht über ihren Platz auf der Liste. Die Regierung betonte jedoch bereits, über genauere Festlegungen könne noch beraten werden. Anfang nächsten Jahres soll der Entwurf in erster Lesung im Parlament präsentiert werden. Die Gleichstellung von Frauen in der Politik gehört zu den Wahlversprechen des sozialistischen Premierministers Lionel Jospin. Im Juni 1999 wurde sie durch eine Änderung der Verfassung von 1958 als Ziel festgeschrieben. Frauen haben in Frankreich einen Anteil von 53 Prozent an der Gesamtbevölkerung, sind aber im politischen Leben stark unterpräsentiert. Mit 10,5 Prozent weiblichen Abgeordneten in der Nationalversammlung und knapp sechs Prozent im Senat liegt Frankreich im EU-Vergleich an vorletzter Stelle vor Griechenland. Wahlrecht erhielten die Französinnen erst nach jahrzehntelangem Kampf 1944. In Frankreich ist erstmals eine Frau an die Spitze einer Partei gewählt worden. Am Samstag siegte die frühere Ministerin Michele Alliot-Marie (53) in einer Stichwahl und wurde damit Parteichefin der von Präsident Jacques Chirac gegründeten konservativen "Rassemblement pour la Republique" (RPR). Ihr Sieg wird als Bestätigung für den wachsenden Einfluss der Frauen in Frankreichs Politik sowie als Wunsch zur Erneuerung gewertet. Die neue Parteichefin tritt kein leichtes Erbe an: Die RPR leidet seit langem unter Mitgliederschwund und Führungsschwäche. Außerdem wurde sie durch die Abspaltung des RPR-Gründungsmitglieds Charles Pasqua geschwächt. Der frühere Innenminister hat die noch konservativere Partei "Rassemblement pour la France" (RPF) gegründet. Die US-Amerikanerin Victoria Murden ruderte als erste Frau im Boot über den Atlantik. Die 36-Jährige landete am 03. Dezember 1999 an der Küste der Antilleninsel Guadeloupe. Gestartet war sie am 13. September 1999 von den Kanarischen Inseln. Murden begann das Wettrudern über den Atlantik zeitgleich mit der Norwegerin Diana Hoff und der Französin Peggy Bouchet. 1998 waren die Versuche von Murden und Bouchet gescheitert. Die männlichen Volksvertreter der Nationalversammlung von Kuwait stimmten in einer knappen Entscheidung gegen die Einführung des Wahlrechts für Frauen im Jahre 2003. Damit bleibt auch weiterhin der Hälfte der erwachsenen Bevölkerung die politische Partizipation vorenthalten. "Das Wahlrecht verletze das islamische Recht" und "Mutterschaft ist eine Vollzeit- Beschäftigung" befanden streng religiöse Abgeordnete. Auch öffentliche Ämter werden den Frauen weiterhin verwehrt. Die 92jährige Emilie Schindler ist für die Rettung von Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus zur Ehrenbürgerin Argentiniens ernannt worden. In einer Feierstunde im Parlament in Buenos Aires sagte Senator Carlos Manfredoti: "Wir wollen uns vor Emilie Schindler für das, was sie getan hat, verneigen. Wir sind stolz, dass sie in Argentinien lebt." Emilie Schindler lebt seit 1949 in Argentinien. Sie und ihr Mann Oksar Schindler retteten mehr als tausend jüdische Menschen vor dem Vernichtungstod, indem sie sie als ZwangsarbeiterInnen für ihre Firma anforderten, sie ernährten und für sie sorgten. In der berühmt gewordenen Verfilmung "Schindlers Liste" von 1994 berücksichtigte Regisseur Stephen Spielberg lediglich die Leistungen Oskar Schindlers. Oskar Schindler kehrte 1957 wieder nach Deutschland zurück und verstarb 1974. Gegenwärtig erhebt Emilie Schindler Anspruch auf einen in Stuttgart aufgetauchten Koffer mit Unterlagen von Oskar Schindler. Darunter angeblich die berühmt gewordenen "Schindler-Listen". Der Koffer befindet sich derzeit in Israel in der Holocaust- Gedenkstätte Jad Vashem. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen in den 500 Top-US-Unternehmen liegt bei 12 Prozent und stieg damit seit 1995 um 37 Prozent auf insgesamt 1.386 an. Fast neun von zehn Frauen in Führungspositionen sind Weiße. Lediglich 11,2 Prozent der Frauen sind schwarzer Hautfarbe. Jeder fünfte Konzern (21 Prozent) hat keine einzige Frau in der Firmenspitze. Ausgegangen wurde von insgesamt 11.681 Führungsposten. Die Dichterin und Vorsitzende der "Liga albanischer Frauen" Flora Brovini wird beschuldigt, die kosovo-albanische Untergrundarmee UCK mit Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgt, verbotene Demonstrationen organisiert und "terroristische Angriffe" geplant zu haben Flora Brovini wies vor Gericht alle Anklagen zurück und erklärte, sie sei immer gegen Krieg und Gewalt gewesen und habe nur Notleidenden geholfen. Die Vernehmung wird vermutlich am 25. November 1999 fortgesetzt. Brovini war am 20. April in Pristina verhaftet worden. Sie soll nach Angaben von diversen jugoslawischen und internationalen Menschenrechtsorganisationen in der Haft zwei Herzanfälle erlitten haben. Sie ist eine der prominentesten albanischen Häftlingen in Serbien, deren Zahl auf fast 2.000 geschätzt wird. Die Präsidentin der Vereinigung für die Rechte der Frau in Israel, Alice Schalvi, kritisierte die Entscheidung und wertet sie als Vorwand, die Freiheit der jüdisch- orthodoxen Frauen weiter zu beschränken. In Saudi-Arabien werden Frauen bald eigene Personalausweise erhalten. Dies kündigte der Innenminister des Landes an. In Saudi-Arabien ist es Frauen verboten Auto zu fahren. Außerdem müssen sie sich verschleiern. Für das weibliche Geschlecht besteht zudem Berufsverbot (außer im Gesundheits- und Bildungswesen). In Saudi-Arabien herrscht absolute islamische Monarchie. Ein 14jähriges Mädchen ist aus ihrem Elternhaus in Serbien nach Berlin entführt worden. Das Mädchen und dessen Mutter hatten eine Ehe des Mädchens mit einem 15jährigen Jugoslawen abgelehnt. Die jugoslawische Familie hatte "nach landesüblicher Sitte" für das Mädchen Geld geboten. In Berlin sei das Mädchen nach der Entführung von dem 15jährigen über Wochen "nahezu täglich" vergewaltigt worden. Am 05. November 1999 bot die Familie des Jugendlichen Verwandten des Mädchens an, das Mädchen "zurückzukaufen". Der mußmaßliche Vergewaltiger und andere Beteiligte wurden festgenommen. Pepi Deutsch, eine der ältesten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz, ist am 05. November 1999 im Alter von 101 Jahren im US-Bundesstaat New York verstorben. Die gebürtige Ungarin verdankte nach Aussage ihrer Tochter Clara Knopfler ihr Überleben in Auschwitz ihrem jugendlichen Aussehen. Bei der Selektion bei Ankunft im Lager sei sie zur Zwangsarbeit eingeteilt worden, obwohl sie schon über 40 Jahre alt war und gleichalte Menschen vergast wurden. Die Menschen der NS-Vernichtungsmaschinerie ermordeten 37 Angehörige von Pepi Deutsch, darunter ihre Mutter, ihren Mann und ihren Sohn. Die Situation für Frauen in Afghanistan hat sich in den letzten Monaten geringfügig verbessert. Nunmehr haben die radikalislamische Taliban-Milizen einer "kleinen Zahl" von Frauen, darunter Ärztinnen und Krankenschwestern, die Rückkehr in ihren Beruf erlaubt. Das teilte der Koordinator für humanitäre Einsätze der Vereinten Nationen in Afghanistan, Eric de Mul, in New York mit. Erstmals dürfen UN-Mitarbeiterinnen wieder ohne männliche Verwandte als ständige Begleiter in Kabul arbeiten. amnesty international (ai) will mit einer weltweiten Kampagne erneut auf die schlimme Situation der Frauen in Afghanistan hinweisen. Seit der Machtergreifung der Radikalen haben Frauen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Analphabetinnenrate liegt bei 96 Prozent. Frauen dürfen nur verschleiert und nur in Begleitung einer männlichen Person auf die Straße gehen. Bei Verstößen drohten schwere Strafen. Rundfunkberichten zufolge wurden in den Niederlanden Mädchen afrikanischer Herkunft illegal an ihren Genitalien verstümmelt. Bekanntgeworden sind die Fälle somalischer Flüchtlingsmädchen, die in einer Privatwohnung ohne Betäubung verstümmelt wurden. Die genitale Verstümmelung ist in den Niederlanden strafbar. Am 26. Oktober 1999 erklärte EuGH-Generalanwalt Antonio La Pergola, dass die deutschen Rechtsvorschriften, wonach Frauen in Kampfeinheiten der Bundeswehr grundsätzlich nicht als Freiwillige dienen dürften, als "unvereinbar" mit dem EU-Recht. Der Generalanwalt beruft sich dabei auf eine entsprechende EU-Richtlinie aus dem Jahre 1976. Damit ist das deutsche Grundgesetz in Frage gestellt. Anfang des Jahres 2000 wird das Urteil der Klägerin Tanja Kreil erwartet. Sie bewarb sich vergeblich vor drei Jahren als "Instandsetzung-Elektronikerin" bei der Bundeswehr. Nach 364 Jahren hat eine Frau es geschafft, Chefin der Academie Française zu werden. Die 70jährige Helene Carrere d`Encausse kandidierte als Einzige für den prestigeträchtigen Posten und wurde "Ständige Sekretärin der Akademie". Die neue Vorsitzende ist Historikerin und Russlandspezialistin. Sie lehrt am Pariser Institut für Politische Wissenschaften. Die Academie Française gilt als "Hüterin der französischen Sprache" und gibt das maßgebliche französische Wörterbuch heraus. Bereits am 25. September 1999 verstarb im Alter von 69 Jahren die US-amerikanische Schriftstellerin Marion Zimmer Bradley. Die Bestseller-Autorin verfasste insgesamt rund 50 Werke. Neben ernsthaften Romanen verfasste sie vor allem Fantasy-Romane (1982 "Die Nebel von Avalon"). Jährlich gab sie die Anthologie "Schwert und Zauberin" heraus. Marion Zimmer Bradley wurde 1930 in Albany (New York) geboren. Mit siebzehn Jahren gab sie bereits ein Fantasy-Magazin heraus. Damit ein zwölfjähriges Mädchen die eigene Schwangerschaft nicht abbricht, will die katholische Kirche Schottlands das schwangere Kind "finanziell unterstützen". Erzeuger der Schwangerschaft ist ein Klassenkamerad. In der südchinesischen Stadt Guangzhou sind fünfzehn Arbeiterinnen im Alter von 20 bis 46 Jahren bei einem Feuer in einer Matratzenfabrik ums Leben gekommen. Die Frauen wurden in dem fünfstöckigen Gebäude von den Flammen eingeschlossen. Geschlossene Türen blockierten die Fluchtwege, die Fenster der Fabrik waren vergittert. Nur zwei Frauen überlebten das Feuer. Zu den PräsidentInnenschaftswahlen Anfang nächsten Jahres in Finnland treten vier Frauen und zwei Männer an. Favoritin ist die Ex- Verteidigungsministerin und internationale Bosnien-Beauftragte Elisabeth Rehn von der Schwedischen Volkspartei, (der schwedischsprachigen Minderheit in Schweden), gefolgt von Außenministerin Tarja Halonen (sozialdemokratische Partei). Für die Konservativen kandidiert die Ex-Parlamentspräsidentin Riitta Uosokainen und für die Grünen die EU-Parlamentarierin Heidi Hautala. Lediglich die oppositionelle Zentrumspartei schickt mit Ex-Regierunschef Esko Aho einen Mann ins Rennen, der bei Umfragen lediglich auf knapp über zehn Prozent kam. Hinzu kommt der Ex-Sozialdemokrat Risto Kuisma als Einzelkandidat. Erhält bei den Wahlen am 16. Januar kein/e KandidatIn die absolute Stimmenmehrheit unter den 3,2 Millionen Stimmberechtigten, treten die beiden AnwärterInnen mit den meisten Stimmen am 6. Februar zu einer Stichwahl an. Das finnische Staatsoberhaupt wird für sechs Jahre gewählt. Das UN-Kinderhilfswerk (Unicef) verhandelt mit dem Erziehungsministerium von Kenia über die Aufnahme des Fachs "Sexualkunde" in die Lehrpläne der Schulen. Die Kinder in dem ostafrikanischen Land sollen damit die Chance auf Aufklärung an ihren Schulen bekommen. Präventiv sollen damit die Aids-Infektionen gesenkt werden. Kenia hat eine der höchsten Aids- Raten der Welt, u.a. weil Aufklärung an Schulen bislang verboten ist. Täglich sterben im Land 500 Menschen an Krankheiten, die aus der HIV-Infektion resultieren. Nach Angaben der Hilfsorganisation liegt die höchste Infektionsrate bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren. Bis zum Jahresende wird es in Kenia etwa 850.000 Aids- Waisen geben. Islamistische Extremisten haben in einer algerischen Stadt 250 Kilometer südlich von Algier fünf Familienmitglieder enthauptet, darunter zwei Mädchen im Alter von drei und 14 Jahren. Weitere fünf Kinder der Familie waren bei dem Überfall am Sonntagabend durch Schüsse zum Teil schwer verletzt worden. Das algerische Hochland ist seit Monaten Schauplatz blutiger Verbrechen bewaffneter Islamisten, bei denen bislang 26 Menschen ermordet und 99 verletzt wurden. Erst am 10. September wurden unweit des neuesten Massakers sieben Personen die Kehlen durchschnitten. frauennews: Situation der Mädchen und Frauen in Algerien Eine Geheimsprache, die seit Jahrhunderten von Frauen in einer Region im Süden Chinas verwendet wurde, scheint auszusterben. Nach Aussage der in Kanada lebenden Regisseurin Yang Yue-qing leben nur noch zwei ältere Frauen mit Kenntnissen der Schriftsprache "Nu Shu" oder "Frauensprache". Die Regisseurin stellte im Rahmen des Filmfestivals in Vancouver eine Dokumentation über diese Sprache vor. Der Geheimcode diente der Verständigung unter den Frauen und verschwand offenbar zusammen mit zahlreichen anderen dörflichen Riten. Nach Informationen der Filmemacherin war die Sprache heimlich von den Frauen der Region Jianyong, Provinz Hunan, entwickelt worden, weil ihnen im Gegensatz zu den Männern verboten war, in die Schule zu gehen. Der Code habe ermöglicht, das feudale Patriarchat in China zu kritisieren, so beispielsweise den Brauch, die Füße der Mädchen aus ästhetischen Gründen die Füße mit festen Bandagen klein zu halten. "Wenige Chinesen wissen um die Existenz von Nu Shu. Die Männer sahen darin Hexerei. Die Kulturrevolution bekämpfte sie", sagte Yang Yue-qing. Am 03. Oktober 1999 begann nach jahrelangen Ermittlungen der Prozeß gegen den früheren Chef des südafrikanischen Apartheid-Programms für biologische und chemische Waffen. Dr. Wouter Basson wird 16facher Mord, Rauschgiftbesitz und Geldunterschlagung vorgeworfen. In seinen Laboratorien soll auch an einem Mittel geforscht worden sein, mit dem schwarze Frauen unfruchtbar gemacht werden sollten. Die Prozessdauer wird auf zwei Jahre geschätzt. |
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