Archiv: nationale News Oktober - Dezember 1999




14. Dezember 1999: Stiftung zur Friedens- und Konfliktforschung
Das Bundesbildungsministerium plant eine Stiftung zur Friedens- und Konfliktforschung. Ein BeraterInnenkreis (u.a. mit Marion Gräfin Dönhoff, ZEIT) und eine Struktur- und Findungskommission aus zwölf WissenschaftlerInnen (u.a. Prof. Dr. Leonie Dreschler-Fischer, Uni Hamburg, FB Informatik) sollen die Stiftungsbildung unterstützen.


25. November 1999: Abtreibungspille Mifegyne nun "auf dem Markt"
Die Abtreibungspille Mifegyne hat die letzte Klippe und Intervention überwunden. Sie steht Frauen zur Verfügung, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Damit gibt es nun auch in der BRD eine Alternative zum operativen Schwangerschaftsabbruch.
In Schweden ist die Abtreibungspille seit 1992/93 freigegeben. Auf die Häufigkeit von Abtreibungen hatte die Freigabe in Schweden keinen Einfluss: 1993 lag die Quote der Abtreibungen in Schweden bei 19,7 Prozent, 1998 bei 18,3 Prozent.


25. November 1999: Katholische Kirche folgt der Papstweisung
Die Schwangerenberatung der katholischen Kirche wird im kommenden Jahr "neu geordnet". Die für einen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland notwendigen Beratungsscheine werden danach, der päpstlichen Weisung folgend, in der bisherigen Form nicht mehr ausgestellt. Allerdings wird auch weiterhin versucht, Lösungen zu finden, um in der staatlich geförderten Schwangerenberatung bleiben zu können. Angedacht sind katholische Initiativen und private Vereine.


01. November 1999:"Saure Gurke" an Sabine Christiansen
Als frauenfeindlichste Sendung des Jahres wurde die ARD-Talksendung "Sabine Christiansen" "ausgezeichnet". Die "Saure Gurke" wurde von den Teilnehmerinnen des 22. Herbsttreffens der Medienfrauen verliehen, weil in 38 Sendungen von Sabine Christiansen 201 Männer und lediglich 43 Frauen als Talkgäste eingeladen wurden. Negative Krönung war die Sendung vom 26. September 1999. Zum Thema "Zehn Jahre Wende- Frust ohne Ende" durften ausschließlich Männer diskutieren.
frauennews-Kommentar: Dabei gäbe es sicher viele interessante Frauensichten zu dem "Wende"-Thema. Warum Sabine Christiansen in diese Sendung beispielsweise einen Klaus Meine (Mitglied der Rockband "Scorpions") eingeladen hat, bleibt ihr Geheimnis.


29. Oktober 1999: Mädchen kommunizieren und Jungen spielen per PC

Eine Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung ergab, dass fast 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und vierzehn Jahren mindestens einmal im Monat im Internet aktiv sind. 58 Prozent dieser Young-Userinnen und -User surfen dann. Auf Platz zwei steht bei Mädchen das "email-schreiben" (35 Prozent), bei Jungen das spielen (32 Prozent). 28 Prozent haben eine Lieblingsseite im Internet. Von den Kindern und Jugendlichen vermissten fast jede/r vierte Themen wie Tiere, Spiele und Natur.


29. Oktober 1999, Heilbronn: Männlicher Frauenbeauftragter gibt auf
Deutschlands einziger männlicher Frauenbeauftragter Markus Schmelcher tritt von seinem Amt als Frauenbeauftragter zurück. Er war beim Arbeitsamt Heilbronn für "Frauenbelange" zuständig. Der 33jährige gab an, die Widerstände ihm gegenüber unterschätzt zu haben.


28. Oktober 1999: Münchner Polizei keine angstfreie Arbeitgeberin für Polizistinnen
In einer Umfrage des Peinelt-Instituts bei der Münchner Polizei gaben 17 Prozent der dort beschäftigten Frauen an, dass sexuelle Belästigung häufig vorkomme. Drei Prozent der Frauen gaben eine sehr häufige sexuelle Belästigung an.


06. Oktober 1999: Anstieg der Weltbevölkerung wegen Unterdrückung der Frauen
Unterentwickelte Demokratien und die Unterdrückung der Frauen in vielen Gesellschaften sind nach Ansicht des deutschen Außenministers Joschka Fischer verantwortlich für den rasanten Anstieg der Weltbevölkerungs-Zahl. "Wo Frauen selbst über ihren Körper und ihr Leben entscheiden können, wendet sich die Frage der Überbevölkerung merkwürdigerweise zum Guten", sagte Fischer bei einer Podiumsdiskussion zum Bevölkerungswachstum in Berlin. Bessere Ausbildungsmöglichkeiten und die Garantie sozialer Gerechtigkeit seien Antworten auf die Herausforderung.


04. Oktober 1999: Erste Frauen-Kraftfahrzeugwerkstatt in Hamburg
Am heutigen Tag eröffnet am Neuen Pferdemarkt Hamburgs erste Frauen-Kfz-Werkstatt. Zwei Kfz-Mechanikerinnen und eine Kfz-Meisterin, die teilweise auch bei der Frauen-Kfz-Selbsthilfewerkstatt "Pfiffigunde" mitgearbeitet hatten, wollen gute Arbeit leisten und ihre Arbeit für die KundInnen vor allem transparent machen. Zum Angebot der Firma gehören auch Pannenhilfe-Kurse für Frauen. Die Werkstatt "AutoDiva" ist werktags von 7.30 bis 18 Uhr geöffnet, Tel. 040- 4327 4080.







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