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Die einzige
Sprache, die in der kapitalistischen Gesellschaft
verstanden wird, ist die des Geldes, der
WählerInnenstimmen und der öffentlichen Skandale.
Naomi Wolf |
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Appelle
Aufrufe, Forderungskataloge, Prominente, Resolutionen |
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Boykotte
US-
Frauenverbände übten im März 1997 großen Druck auf
die Wiener Philharmoniker aus: sie drohten damit, das
jährliche New Yorker Gastspiel zu boykottierten, um die
Aufnahme von Frauen durchzusetzen. Daraufhin beschlossen
die Wiener Philharmoniker, künftig auch Frauen in ihrem
Orchester zuzulassen. Der Orchestervorstand trat aus
Protest zurück. Erwogen, aber (leider) nicht
durchgesetzt wurde zuvor schon mal, die staatlichen
Zuschüsse zu streichen. |
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Cross-Targeting
Frauen/ -Gruppen treten für andere Frauen/ Gruppen ein,
wenn diese belästigt, diskriminiert o. ä. werden, da
die Betroffenen sich oft nicht selbst wehren können oder
sich in ihrer direkten Situation nicht trauen. Die
unbeteiligte Gruppe kann dagegen den Mißstand
öffentlichkeitswirksam anprangern. Beispiele:
wenn einer Professorin die Berufung auf einen Lehrstuhl
verweigert wird, könnten die Studentinnen ihre
Studiengebühren so lange auf ein Treuhandkonto
überweisen, bis die Uni sich eines besseren
besinnt
wenn eine Fluggesellschaft diskriminierende Vorschriften
über das Körpergewicht ihrer weiblichen Beschäftigten
einführt, können die Mitarbeiterinnen einer anderen
Gesellschaft dies an die Medien bringen.
wenn die Sendezeit einer renommierten TV- Frauensendung
um ein Drittel gekürzt wird, hätten die Frauen der
Redaktion durch andere Medienfrauen eine Öffentlichkeit
für ihre Interessen erreichen können.
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Ehrungen und Auszeichnungen für Frauen
Preise heben das Selbstbewußtsein, geben Anerkennung und
oft auch finanzielle Unterstützung und spornen zu neuen
Leistungen an. Da Frauen bei prestigeträchtigen Ehrungen
oft übersehen werden, schaffen sie sich selbst solche
Auszeichnungen.
Positiv- Beispiel: Die britische Telefongesellschaft
"Orange" verleiht einen mit rund 90.000 DM
dotierten Literaturpreis ausschließlich an Autorinnen. |
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Gelder an Bedingungen knüpfen
Der
Nationale Lottofond hatte Anfang 1997 die Öffnung des
legendären "Leander Ruder-Clubs" für Frauen
zur Voraussetzung für den Zuschuß von 1,5 Millionen
Pfund gemacht- und hatte Erfolg. Nach 179 Jahren
Widerstand gegen weibliche Mitgliedschaft ist nun die
Aufnahme von Frauen gestattet.
In
internationalen Institutionen stimmen die USA gegen die
Gewährung von Krediten an Länder, die Frauen durch
Beschneidungen verstümmeln.
Kiels
Frauenministerin Angelika Birk plante, das
Landesbehörden, die nur wenige Frauen
beschäftigen, weniger Geld erhalten sollen.
Spenden können zweckgebunden gegeben, verschenkt oder
vererbt werden.
Studentinnen könnten ihre Studiengebühren auf ein
Treuhandkonto überweisen, und fordern, das Frauen als
Lehrstuhlinhaberinnen angemessen vertreten sind, das
Studienplätze nach dem Gleichheitsprinzip vergeben
werden und das sexuellen Übergriffen konsequent
nachgegangen wird und diese ausreichend bestraft
werden. |
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Geld für die Unabhängigkeit anderer Frauen
WWB- Women`s World Banking ist
eine internationale Gruppe von Bankerinnen,
gegründet Ende der 70er, und verleiht Unternehmerinnen
zinsgünstige Kredite und bürgt gleichzeitig für 25 %
der Kreditsumme. Die Rückzahlungsquote liegt bei 99%!
in
den Niederlanden gibt es ebenfalls eine nationale
Initiative, die so arbeitet |
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Gerichtsentscheidungen
Frauenfreundliche juristische Entscheidungen und
-findungen sind populärer zu machen. Eine höhere
Beteiligung von Frauen auf dem Gebiet des
"Rechts" ist anstrebenswert. |
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Macht der
Verbraucherinnen
In
dem Buch "Der feministische Dollar: Der
Einkaufsführer der klugen Frau" veröffentlichen
die Autorinnen frauenfreundliche und frauenfeindliche
Firmen. Der Einkaufszettel als schärfste Waffe der Frau
im Kampf für mehr Gleichberechtigung. Phyllis A. Katz
meint: "Die Entscheidung, für welche Firmen Frauen
ihren Geldbeutel öffnen, macht sie mächtig - eine
Botschaft, die die Firmenverantworlichen verstehen."
Als frauenfreundlich hat sie Firmen eingestuft, die
Mitarbeiterinnen Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen, die
viele Frauen in leitenden Positionen haben oder
Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten für Mütter
anbieten. Untersucht wurden 384 Firmen. Die Firma
"Avon" schnitt am besten ab, "Citgo
Petroleum" am schlechtesten.
"The
Feminist Dollar: The Wise Woman`s Buying Guide" von
Phyllis A., Ph.D. und Margaret Katz (Plenum press 1997)
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Öffentlichkeit durch Demonstrationen
Frauentagsdemonstrationen am 8. März jeden Jahres
Jeden Donnerstag vor dem Präsidentenpalast in Buenos
Aires verlangen Frauen der Menschenrechtsgruppe
"Mütter der Plaza de Mayo" Auskunft über das
Schicksal ihrer während der Militärdiktatur in
Argentinien (1976-1983) verschwundenen Kinder. Die Frauenrechtsgruppe
wurde am 30. April 1976 gegründet. Vermutlich wurden in
dieser Zeit mehr als 30.000 Menschen ermordet. Offiziell
geht man von ca. 9.000 Menschen aus.
Seit
dem 20. Mai 1995 führen Mütter und Angehörige von
Vermißten in Istanbul an jedem Samstag Sitz- Aktionen
durch, um auf das Schicksal ihrer Angehörigen aufmerksam
zu machen. Inzwischen erfahren diese Menschen
Solidarität: es gibt diese Aktionen in Ankara, Izmir,
Diyarbakir, London und Amsterdam. Bekannt geworden sind
die Frauen als die "Samstagsmütter". |
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Selbsthilfe
Selbstverteidigung, nach dem Motto: "X Frauen dieser
Stadt sind in Kampftechnik ausgebildet, darunter
Krankenschwestern, Studentinnen, Hausfrauen,
Prostituierte und Mütter. Die nächste Frau, die
überfallen wird, könnte eine von ihnen
sein."
Netzwerke (Berufsverbände, Frauenrat, Mentorinnen usw.)
Beispiele:
1. Ein türkischer Frauenverein (gegr. 1997) hat es sich
zur Aufgabe gemacht, Kandidatinnen für das türkische
Parlament zu fördern und zu schulen. Ziel ist es, die
Frauenquote zu erhöhen (bisher weniger als 2,5 %).
2. Frauen haben 1997 in Alkmaar (Holland) eine
Gewerkschaft der Mütter gegründet. |
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Spenden
Für
den Wahlkampf weiblicher Kandidatinnen und politischer
Organisationen, die sich für Frauen einsetzen gründeten
US-Amerikanerinnen die EMILY`s
List "A Political
Network For Pro- Choice Democratic Women"
Frauen spenden (obwohl sie weniger verdienen) für
wohltätige Zwecke mehr als Männer, aber nur wenig der
Spendeneinnahmen kommen Mädchen und Frauen zugute.
Spenden sind also am wirksamsten und zielgesteuertsten,
wenn sie zweckgebunden vergeben werden.
Spenden verweigern, bis geklärt ist, das sie Frauen und
Mädchen zugute kommen, wie z.B. Frauen- und
Mädchenhäuser, Gesundheitsforschungen, Kinderstationen,
Bildungsprogrammen etc.
FrauenGruppen könnten ihre Spenden auf ein Treuhandkonto
überweisen und bekanntgeben, welche Organisationen die
Spenden bekommen sollen, sobald sie nachweisen, das sie
Frauen bei der Verteilung der Gelder nicht
diskriminieren. |
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Volksbegehren/
Volksentscheide
In
Österreich erreichte 1997 ein Frauenvolksbegehren rund
645.000 Unterstützungsunterschriften.
Notwendig waren 100.000 Unterschriften,
damit sich der Nationalrat mit den Forderungen der
Frauen befaßt.
In
Deutschland sind die Regelungen je nach Land
unterschiedlich. In Bayern gab es seit 1995 mehr als 150
Volksentscheide. In Hamburg sind für eine
Volksinitiative 20.000 Unterschriften notwendig, daran
schließt dann das Volksbegehren an (125.000 Hamburger
BürgerInnen). Folgt dann die BürgerInnenschaft dem
Begehren immer noch nicht, kommt es zum Volksentscheid.
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Wahlen
Nichtwählen ist keine Alternative. Wahlstimmen von
Frauen sind wichtig wie auch frauenpolitisch- bewußte
Kandidatinnnen für politische Ämter auf allen Ebenen.
Geben KandidatInnen in BürgerInnenrunden ihre
Statements, sollten sie auf ihren Lösungen zur
Verbesserung der Situation von Frauen verbindlich
"festgenagelt" werden, wiederum mit einer
Öffentlichkeit. |
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Die
grundlegenden Bausteine der Macht sind Geld,
Gesundheit, Chancengleichheit, Bildung, politische
Repräsentation und Sicherheit.
Naomi Wolf |
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