Internationale News der letzten Wochen




15. Mai 2003, Moskau: Paßbilder mit Kopftuch erlaubt
Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit hatte die Klage von zehn muslimischen Frauen ausTatarstan Erfolg. Laut einem aktuellen Urteil dürfen  muslimische Frauen sich auch mit Kopftuch für Passbilder ablichten lassen. Nach Auffassung der Klägerinnen verstoßen Fotos von Frauen mit entblößtem Kopf gegen den Islam.
In Russland leben etwa 20 Millionen Muslime.



11. Mai 2003, Genf: UN-Studie beweist, dass Frauen am Arbeitsplatz noch immer stark benachteiligt sind
Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind Frauen in der Arbeitswelt noch immer stark benachteiligt. Diskriminierungen blieben trotz einiger Fortschritte hartnäckig bestehen und seien subtiler geworden, schreibt die ILO in einer am 11. Mai 2003 in Genf veröffentlichten Studie "Gleichheit bei der Arbeit - ein Gebot der Stunde". Der Bericht ist die erste globale Studie über die Diskriminierung am Arbeitsplatz. Er soll auf der Jahreskonferenz der ILO im Juni 2003  diskutiert werden.
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in den meisten Ländern noch immer deutlich. Zwar hätten mehr Frauen als vor 50 Jahren ein Einkommen. Sie müssten sich aber meist mit weniger qualifizierten Jobs begnügen. Selbst in Ländern, in denen Frauen ein gutes Ausbildungsniveau hätten, werde ihr Aufstieg in der Hierarchie blockiert.
Für weltweit hunderte Millionen Menschen sei Diskriminierung jeden Tag Realität, schreibt die Organisation. Eine zunehmende Ungleichheit in der Arbeitswelt könne katastrophale Folgen für den sozialen Zusammenhalt eines Staates, für die politische Stabilität und damit für das Wirtschaftswachstum haben.
Bis im Jahr 2050 seien in den Industrieländern 33 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt, in den Entwicklungsländern 19 Prozent.
Heute gibt es nach diesem Bericht eine offene Diskriminierung, etwa mit erklärten Altersgrenzen für eine Anstellung. Für die ILO erzeugt und verstärkt die Diskriminierung bei der Arbeit auch die Armut. Die meisten Menschen, die Mehrfachdiskriminierung ausgesetzt seien, gehörten zu den ärmsten Bevölkerungsschichten.
Der Staat, die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerorganisationen hätten die Verpflichtung, zur Beseitigung der Diskriminierung in der Arbeitswelt beizutragen, erklärte ILO-Generalsekretär Juan Somavia.
Die ILO schlägt einen Aktionsplan vor, der einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen, Information sowie Sensibilisierungsmaßnahmen umfasst.


08. Mai 2003, Brüssel: EU-Kommission: Bessere Krebsvorsorge könnte tausende Leben retten
Eine bessere Krebsvorsorge in der Europäischen Union könnte tausenden Menschen das Leben retten. Die EU-Gesundheitskommission fordert bessere Vorsorgeuntersuchungen in den EU-Mitgliedstaaten, um die Früherkennung bei Krebs zu verbessern. Nach Angaben der EU-Kommission ist Krebs für jeden vierten Todesfall in der EU verantwortlich.
"Das Leben von etwa 25.000 Frauen könnte jedes Jahr gerettet werden, wenn überall in der EU der beste Standard bei der Vorsorgeuntersuchung von Brustkrebs praktiziert würde", sagte EU- Gesundheitskommissar David Byrne. Auch die Zahl der Toten durch Darm- und Gebärmutterhalskrebs könne durch bessere Vorsorge verringert werden.
Die Kommission schlägt für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren eine regelmäßige Mammographie vor. Menschen zwischen 50 und 74 sollten ihren Stuhl auf Anzeichen von Darmkrebs untersuchen lassen. Frauen zwischen 20 und 30 sollten beginnen, sich regelmäßig auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen zu lassen.


07. Mai 2003, Vatikanstadt: Frau steht erstmals päpstlicher Akademie vor
Erstmals in der Geschichte des Vatikans ist am 07. Mai 2003 eine Frau an die Spitze einer päpstlichen Akademie berufen worden. Wie die oberste Behörde der katholischen Kirche mitteilte, wurde Letizia Pani Ermini durch ein Dekret von Johannes Paul II. zur Präsidentin der Akademie für Archäologie ernannt. Bislang war die auf mittelalterliche Archäologie spezialisierte Professorin Sekretärin der Akademie gewesen. Führungsposten für Frauen sind im Vatikan die absolute Ausnahme.


30. April 2003, Doha: Erste Verfassung im Golfstaat Katar
Die Einwohnerinnen und Einwohner des Golfstaates Katar haben mit großer Mehrheit der ersten ständigen Verfassung seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1971 zugestimmt. 96,6 Prozent der  Wahlberechtigten hätten für die Annahme gestimmt, teilte das zuständige Ministerium in Doha mit. Die Bestätigung der Verfassung ist ein weiterer Schritt zur Demokratisierung des Golfstaates. Sie macht den Weg frei für die erste Parlamentswahl, die 2004 stattfinden soll. Nach der neuen Verfassung werden 30 der 45 Parlamentssitze in Parlamentswahlen bestimmt, bei denen Männer und Frauen gleichermaßen kandidieren und wählen dürfen. Die restlichen 15 Abgeordneten sowie die Regierungsmitglieder werden vom Emir, Scheich Hamad bin Chalifa el Thani, ernannt. Die Abgeordneten haben aber das Recht, Minister zu befragen. Der Emir von Katar hatte im Juli 1995 mit einem unblutigen Staatsstreich seinen eigenen Vater abgesetzt. 1999 berief er eine Verfassungskommission ein. Katar liegt am Persischen Golf und hat eine gemeinsame Grenze mit Saudi-Arabien. Der Staat ist etwas kleiner als das Bundesland Schleswig-Holstein und hat nach offiziellen Angaben knapp eine halbe Million Einwohner, von denen nach Schätzungen nur jeder Fünfte Katarer ist. Der Rest sind GastarbeiterInen aus arabischen Ländern sowie aus Indien, Bangladesch und Pakistan.
In den sechs arabischen Golfstaaten gibt es nur in Kuwait und in Bahrain gewählte Parlamente. In Kuwait dürfen Frauen nicht wählen.


29. April 2003, Paris: Regierung will Trend zu mehr Geburten verstärken
Die französische Regierung will den bereits bestehenden Trend zu mehr Geburten verstärken. Premierminister Jean-Pierre Raffarin gab in Paris einen Neun-Punkte-Plan bekannt, mit dem bereits ab 2004 mindestens 20.000 zusätzliche Plätze in Kinderkrippen eingerichtet werden sollen. Darüber hinaus wird der sechsmonatige Erziehungsurlaub, der in Frankreich bislang erst ab dem zweiten Kind gewährt wurde, schon beim ersten Kind gelten. Die bislang nebeneinander bestehenden finanziellen Förderungen sollen zusammengelegt und damit vereinfacht werden. Rund 90 Prozent der Frauen sollen künftig im siebten Schwangerschaftsmonat eine Einmal-Zahlung von 800 Euro erhalten. Außer dem Erziehungsurlaub gilt in Frankreich ein Mutterschaftsurlaub von vier Monaten.


29. April 2003, Seoul: Südkoreanische Uni installiert Alarmsystem gegen Spanner
Einer Bitte des Studentinnerats nachkommend hat die Verwaltung der südkoreanische Universität von Yonsei im Kampf gegen Spanner ein spezielles Alarmsystem auf den Damentoiletten installiert. Immer wieder habe es Beschwerden über Voyeure gegeben, die heimlich in den Damentoiletten gefilmt oder Frauen beobachtet hatten. Mit dem Alarmsystem könnten sich die Studentinnen künftig sicherer fühlen und seine gegen sexuelle Belästigung auf dem Campus gefeit, so die Verwaltung. 


28. April 2003, Sanaa: Wahlen im Jemen
Bei den dritten Parlamentswahlen seit der Vereinigung Nord- und Südjemens im Jahre 1990 hatten sich rund 1400 Kandidaten beworben. Von den 13 Frauen, die bei der Wahl angetreten waren, schaffte nur eine den Sprung ins Parlament. Nach offiziellen Angaben hat der regierende Allgemeine Volkskongress bei den Wahlen vom 04. Mai 2003 eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen. Nach Auswertung der Stimmen aus bisher 280 der 301 Wahlkreise kam er auf 214 der 301 Parlamentssitze. Auf die religiöse Reformpartei Islah entfielen bisher 40 Sitze, während die Sozialistische Partei Yemens sieben Sitze bekam. Zwei weitere kleinere Parteien bekamen jeweils zwei Mandate.
14 Sitze gingen an unabhängige Kandidaten und ein Sitz an den ehemaligen Parlamentspräsidenten, Scheich Abdullah el Ahmar. Bei der von Unruhen begleiteten Wahl waren seit Sonntag bei Zusammenstößen zwischen Anhängern rivalisierender Parteien mindestens zehn Menschen getötet worden.

Der Jemen liegt im Süden der arabischen Halbinsel und hat wegen der hohen Geburtenrate rund 20 Millionen Einwohner. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 350 Euro ist es eines der ärmsten arabischen Länder. Der ehemalige konservative Nord-Jemen und der frühere sozialistisch-orientierte Südjemen hatten sich im April 1990 vereinigt. Umgeben von den Golfmonarchien ist der Jemen das einzige Land auf der arabischen Halbinsel, das seinen Staatschef gewählt hat.


28. April 2003, Kampala: Dutzende Frauen und Kinder bei Massaker in Kongo getötet
Bei einem Massaker im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind dutzende Frauen und Kinder getötet worden. Insgesamt seien mindestens 60 Menschen umgebracht worden, so ein Sprecher der ugandischen Armee. Die Menschen seien von mutmaßlichen Milizen der Volksgruppe der Lendu erschossen worden, als sie sich auf die Flussgrenze zwischen Kongo und Uganda zubewegt hätten. Die UNO müsse "unverzüglich" Friedenstruppen in die Region entsenden, um "die Bedrohung" zu beenden, betonte der Armeesprecher.
Uganda zieht derzeit rund 6000 Soldaten aus Ostkongo ab. Trotz eines im vergangenen Dezember geschlossenen Friedensabkommens halten die Kämpfe rivalisierender Rebellenbewegungen im Nordosten des afrikanischen Landes an.



28. April 2003, Genf: Halbe Stunde Umzugs-Abstand zwischen Männerzunft und Frauenzunft
Seit Jahren kämpfen die Frauen der "Zürcher Frauenzunft" um ihre Teilnahme an dem traditionellen Frühlingsfest-Umzug "Zum Sechseläuten". Die 40 Frauen der vor 15 Jahren gegründeten Gesellschaft zu Fraumünster berufen sich auf die mittelalterliche Tradition, nach der die Fraumünster- Äbtissin im 14. Jahrhundert bei wichtigen Anlässen den Zug der Honoratioren anführen durfte. Den Verweis auf Gleichheit von Frauen und Männern vor dem Gesetz wies der Präsident des Zentralkomitees der Zünfte Zürichs, Hans Peter Buchmann, bislang ab. Doch am 28. April 2003 konnten die Zünfterinnen einen Etappensieg feiern. Die Frauenzunft durfte einen Teil der offiziellen Strecke entlang ziehen - unter Einhaltung eines halbstündigen Abstandes zu den Männerzünften. Ein weiterer Erfolg für den Frauen der Zunft war, dass die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy- Rey die Einladung der Frauenzunft zu dem Umzug angenommen hatte, während die Herren- Zünfte eine Absage nach der anderen von Regierungsmitgliedern bekamen.
Vor drei Jahren organisierte die "Gesellschaft zu Fraumünster" erstmals einen Gegen- Umzug, den sie als Demonstration anmeldete. Die offizielle Route durften die Frauen jedoch nicht benutzen. 
Nicht allen Geschlechtsgenossinnen leuchtete das Begehren der Zunftfrauen ein. So fragte eine Autorin des "Tages-Anzeiger" provokant: "Was treibt emanzipierte Frauen dazu, bei diesem erzpatriarchalischen Klamauk um alles in der Welt mitmachen zu wollen?"
Linktipp: Gesellschaft zu Fraumünster: www.frauenzunft.ch


25. April 2003, Kabul: Informationskampagne zu neuer Verfassung
Die afghanische Regierung hat eine Informationskampagne über den Entwurf einer neuen Verfassung gestartet. Eine Verfassungskommission unter der Leitung von Vizepräsident Nematullah Scharani wird einen Monat lang in den 31 afghanischen Provinzen und in Kabul für die Verfassung werben, über ihre Inhalte aufklären und die Meinungen der Menschen anhören. Zuvor würden die 27 Männer und sieben Frauen selbst einen Monat lang den Text studieren. Ihre Reise soll sie dann auch in die afghanischen Flüchtlingslager in Pakistan und Iran führen. Afghanistan hat mit seinen Schuras (Räten) und Loja Dschirgas (Stammesversammlungen) eine lange Tradition öffentlicher Beteiligung an Entscheidungsprozessen.


25. April 2003, Stockholm/ Rotterdam: Mammographie- Voruntersuchungen senken die Zahl der Brustkrebs-Todesfälle
Einer schwedischen Studie zufolge ist die Todesrate bei Brustkrebs seit der Einführung von Mammographie- Voruntersuchungen deutlich gesunken. Die in der Londoner Medizinzeitschrift "Lancet" (Bd. 361, S. 1405) veröffentlichte Untersuchung ergab eine Verminderung der Todesrate für Frauen von 40 bis 69 Jahren seit Einführung dieser Röntgenuntersuchung 1978 um 44 Prozent. Für Frauen, die dennoch seitdem nicht an den Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen hatten, ermittelten die WissenschaftlerInnen eine durch Fortschritte bei der Behandlung und andere Faktoren bedingte Verminderung der Sterberate bei Brustkrebs um 16 Prozent.
Auch unter Einbezug anderer Faktoren wie medizinischen Fortschritten sei durch die Untersuchung klar, dass die Voruntersuchungen "zur erheblichen Reduzierung der Sterberate bei Brustkrebs" beigetragen hätten. 
Untersucht wurden in der Studie die Daten von 210.000 seit 1958 an Brustkrebs erkrankten Schwedinnen in zwei mittelschwedischen Bezirken.
Danach waren vor Einführung der Mammographie zwischen 1958 und 1978 unter den 40- bis 69- jährigen Frauen 1.129 von 3.151 erkrankten Frauen an Brustkrebs gestorben. Von 3.594 Teilnehmerinnen an Vorsorgeuntersuchungen in den folgenden Jahren starben nur noch 401.
Bei 1.308 im selben Zeitraum nicht durch Mammographie untersuchten Frauen mit Brustkrebs betrug die Zahl der Sterbefälle 457.
Eine weitere von "Lancet" veröffentlichte Studie, dieses Mal vom Erasmus- Medizinzentrum in Rotterdam, brachte für die Niederlande ebenfalls eine Reduzierung der Todesrate bei Brustkrebs. Sie lag 2001 im Vergleich zu 1986 bis 1988 kurz vor Einführung der Voruntersuchungen Anfang der neunziger Jahre um etwa ein Fünftel niedriger. Die  Durchführung von Mam
mographie habe dieser Studie zufolge den bis dahin konstatierten Anstieg der Todesfälle durch Brustkrebs um jährlich 0,3 Prozent umgekehrt und zu einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang von 1,7 Prozent geführt.


23. April 2003, Sanaa: Todesstrafe für Mord an drei Nonnen
Im Jemen ist kürzlich knapp fünf Jahre nach dem Mord an drei katholischen Ordensschwestern der verurteilte Täter hingerichtet worden. 
Die Todesstrafe gegen den Mann wurde 1998 verhängt wegen der "vorsätzlichen und aggressiven" Tötung der zwei indischen Nonnen und der philippinischen Nonne. Der Mann hatte mit einer Maschinenpistole die drei Frauen in der Nähe eines von einer Wohlfahrtsorganisation geführten Krankenhauses in der Hafenstadt Hudeida erschossen. 
Im Jemen wird die Todesstrafe bei einer Verurteilung wegen Vergewaltigung oder Mordes verhängt.


18. April 2003, Helsinki: Jäätteenmäki zur ersten finnischen Ministerpräsidentin ernannt
Die konservative 48jährige Juristin und Politikerin Anneli Jäätteenmäki (Zentrums- Partei) hat in Finnland am 17. April 2003 mit ihrem offiziellen Amtsantritt als Ministerpräsidentin den Sozialdemokraten Paavo Lipponen an der Spitze einer neuen Mittelinks-Regierung abgelöst. Nach ihrer Ernennung durch Staatspräsidentin Tarja Halonen (59) ist sie die erste Regierungschefin in der Geschichte Finnlands.
Jäätteenmäki kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Staatspräsidentin Tarja Halonen in Fragen der Außenpolitik an. Das Land wird künftig bei EU- Gipfeltreffen von der per Verfassung mit außenpolitischen Kompetenzen versehenen Präsidentin und der Ministerpräsidentin gemeinsam vertreten.
Die Zentrumspolitikerin stellte einen Monat nach den Reichstagswahlen die Drei- Parteien- Koalition ihrer bäuerlich- liberalen Partei mit den Sozialdemokraten und der liberalen SVP der schwedischsprachigen Minderheit in Schweden vor.
Die Zentrumspartei  hat mit 23,6 Prozent Frauen unter den eigenen Abgeordneten den schwächsten weiblichen Anteil aller acht Fraktionen.
Mit der Vergabe von je neun Kabinettsposten an beide Geschlechter sorgte die neue Regierungschefin für die erste paritätisch aus Männern und Fraue
n besetzte Regierung der finnischen Geschichte.
Die seit 1996 oppositionelle Zentrumspartei hatte die Sozialdemokraten mit nur 6000 Stimmen Vorsprung als stärkste Kraft im Reichstag abgelöst. Die beiden großen Parteien bildeten gemeinsam mit der SVP eine als "Rote Erde-Koalition" bezeichnete bäuerlich- sozialdemokratische Regierung. Sie verfügt im Reichstag über eine Mehrheit von 116 der 200 Mandate.
Bei den Koalitionsverhandlungen einigten sich die drei Parteien auf Steuersenkungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der auf knapp zehn Prozent gestiegenen Arbeitslosigkeit. Die programmatischen Unterschiede zwischen den Parteien in Finnland gelten traditionell als sehr gering, so dass alle Fraktionen in der Regel zu Bündnissen quer über die Flügel hinweg bereit sind.
Mit dem Amtsantritt Jäätteenmäkis ist Finnland das einzige Land in Europa mit zwei Frauen an der Spitze von Staat und Regierung. Außenminister bleibt der Sozialdemokrat Erkki Tuomioja. Je acht Ministerposten werden von Sozialdemokraten und Zentrumsvertretern, zwei von der SVP besetzt.


10. April 2003, Kampala: Sexstreik gegen Kriegsabsichten der Männer
Uganda`s Frauen wollen ihre Männer künftig vor die Entscheidung stellen "Krieg oder Sex". Auf einer Konferenz der Panafrikanischen Frauen- Befreiungsorganisation (PAWLO) in der ugandischen Hauptstadt Kampala drohten sie damit, kampfeslustige Männer "sexuell auszuhungern".
"Frauen sollten alle Waffen nutzen, um ihre Männer davon abzubringen, sich in Kriegen zu engagieren", zitierte die Tageszeitung "New Vision" die ugandische Frauenrechtlerin Jackie Assiimwe. "Wenn sie weiter darauf bestehen, sollten wir es auf eine Ja- zum- Krieg- Nein- zum- Sex- Initiative hinauslaufen lassen."
Wenn alle Frauen weltweit nach dieser Devise verfahren wären, hätte nach Meinung der ugandischen Politikerin Beatrice Lagada sogar der Irak- Krieg vermieden werden können.
In dem ostafrikanischen Land bekämpfen sich seit 17 Jahren Rebellen und Regierung. Uganda ist auch in den Bürgerkrieg im Nachbarland Kongo verwickelt.



10. April 2003, Washington/ New York: Aspirin senkt Brustkrebsrisiko 
Wie die "Washington Post" berichtete, können Frauen einer großen US-Studie zufolge ihr Brustkrebsrisiko mit der regelmäßigen Einnahme von Aspirin um die Hälfte senken. Dies sei das Ergebnis der staatlich finanzierten Studie "Women's Health Initiative" mit insgesamt 162.000 US-Amerikanerinnen.
In einer Teilstudie mit mehr als 80.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren sank das Brustkrebsrisiko bei Einnahme von mindestens drei normalen Dosen Aspirin oder Ibuprofen pro Woche um 50 Prozent. Das wurde von der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung bei einer Tagung in Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) bekannt gegeben.
Gesundheitsexperten sprachen von einer preiswerten Vorbeugungsmöglichkeit gegen Brusttumore. Auf der Liste der tödlichen Krebsarten steht Brustkrebs bei Frauen an zweiter Stelle - nach Lungenkrebs.
Andere Studien hatten erst vor kurzem gezeigt, dass Aspirin in niedrigeren Dosen das Risiko von Darmkrebs und einiger anderer Tumorarten um 20 bis 30 Prozent senkt.


10. April 2003, Rom: Vatikan erstellte Lexikon über "zweideutige Begriffe"
Auf 872 Buchseiten zementiert der Vatikan in einem neu erschienenen Lexikon die konservative Haltung der katholischen Kirche zu den Themen Sexualität und Familie. Das vom Päpstlichen Rat für die Familie initiierte Werk will "zweideutige Begriffe über Familie, Leben und ethische Fragen" erklären, heisst es im Untertitel.
Die 78 Abschnitte wurden von 68 Autoren verfasst und beinhalten Themen wie Geburtenkontrolle, Verhütung, Abtreibung, sexuelle Aufklärung oder Sterbehilfe. Homosexuelle bzw. gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften seien nach Meinung der Autoren "wertlos für die Gesellschaft". Ausgesprochen wird sich auch gegen die Verwendung von Kondomen. Der deutsche Kardinal Leo Scheffczyk steuerte einen Beitrag über "Die Würde des Kindes" bei.
Bestimmt ist das Lexikon für Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Dem Päpstlichen Rat für die Familie sitzt der als besonders konservativ geltende kolumbianische Kardinal Lopez Trujillo vor. 


08. April 2003, Denver: Nonnen wegen Beeinträchtigung der "nationalen Verteidigung" verurteilt
Drei Dominikaner-Nonnen im Alter von 55 bis 66 Jahren sind von einem Bundesgericht in Denver (US-Bundesstaat Colorado) verurteilt worden, weil sie aus Protest gegen den drohenden USA-Krieg gegen den Irak ein Raketensilo mit Blut beschmiert haben. Ihnen wurde Beeinträchtigung der nationalen Verteidigung und das Verursachen eines Schadens von 1.000 Dollar vorgeworfen. Das Strafmaß wird im Juli verkündet. Ihnen drohen bis zu 30 Jahre Gefängnis.
Nach Medienberichten schnitten die Frauen im Oktober 2002 den Zaun zu einem Gelände in Colorado durch, wo Minuteman- Nuklear- Raketen stationiert sind. Dort schmierten sie dann mit ihrem Blut Kreuze an die Betonwände eines Silos. Die Nonnen gehören zu einer Friedensgruppe. Sie wollten auf diese Weise gegen den drohenden Irak-Krieg demonstrieren.



08. April 2003, Kabul: Erste Studierende schließen Informatik- Studium in Afghanistan ab
In Afghanistan haben die ersten sechs Frauen und elf Männer ihr Informatikstudium an der Universität Kabul abgeschlossen.

Vor zwei Jahren war in Afghanistan unter den Taliban noch das Internet verboten.


04. April 2003, Dhaka: Todesurteile wegen Säureangriffen auf Frauen
In Bangladesch sind vier Männer wegen Säureangriffen auf Frauen zum Tode verurteilt worden. Das Gericht in Jhenidah im Westen des Landes befand die Angeklagten für schuldig, vor drei Jahren zwei Frauen mit Säure überschüttet zu haben, weil sie die Heiratsanträge zweier Täter abgelehnt hatten.
Bangladesch hatte die Gesetze verschärft, um Gewalt gegen Frauen und Kinder einzudämmen. Die Todesurteile werden noch von einem Berufungsgericht überprüft.







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