Pro-Sie




Wendepunkt

Ich fühle mich so fremd
und doch so nah
an mir selbst.

Vieles ist neu,
aber ich bin neugierig,
auf mich.

Der Schleier verschwindet,
langsam sehe ich
Licht.


© Renate





In niemandes anwesenheit
betrachte ich noch
einmal der
schwarzen schwäne
unbeschaffnen gang.
Nicht zu vergleichen mit ihnen
dein gang
dennoch
so
tastend, so fragend,
so verzweifelt suchend.
Nicht zu vereinen mit deinem
Majestätischen Gleiten
hinaus
aus
unserer
liebe.


© Stefanie





EIN AUFHEBENS MACHEN

UM DINGE DIE
STÜRZEN
UNVERSEHENS
DURCH
DAS GEWIRR
UNSERER
TÄGLICHEN
SÄTZE UM DAS
WORT
DIR
VERSEHENTLICH
ZWISCHEN
DIE ZEILEN
GEGLITTENE AUF
HEBEN WIR UNSER
WÄHNEN IN
SICHERHEIT.


© Stefanie





was frauen einander nicht tun

wenn du mir sagst ich
will dass du bist was
ich will dass du bist und
mir sagst ich
will dass du sollst was
ich will dass du sollst dann
frage
ich
mich
gibt
es das was
frauen einander
nicht tun.


© Stefanie





Was du noch bereithältst mir mein Leben Furcht
noch immer in den Taschen Fragen
an das Meine, zuweilen Unerreichbare.
Angekommen schwerer Meilenstein,
den ich betaste immer wieder
zu erahnen seine Beschaffenheit.
Noch immer hält sie meine Hand
des nachts:
Wünsche mir
mit dem Sternenhaar
dem Tränenkleid. Dem
blutigen Mund.
Kindeskindeskindeskind.


© Stefanie





Ich weine nicht, denn ich habe keine Tränen mehr.
Ich spreche nicht, denn ich finde keine Worte.
Ich lebe nicht, denn ich habe keine Liebe mehr.

Gillian Gordon
artist-composer-poet
© GillianGordon@blackvoices.com





Loslassen,
muss ich sie.
Halten,
kann ich sie nicht.
Lieben,
wollte ich sie ewig.
Begehren,
darf ich sie nicht.


© Gillian Gordon
artist-composer-poet





Strandgedicht
für F., H. & T.

Inselwind
weiße Wolkenberge
sachte treibend
Krokusse, Narzissen, Hyazinthen
überall
ockergelbes Dünengras
fernes Brandungsgrollen.

Hinter dunkelbraunerdigen Dünen
unendliches blau
heranwogender Wellenberge
weiter Himmel
ins Meer stürzend.

Tosen
um dich
in dir
Möwenschreie
glitzernde Gischt
herangetragen
zurückbleibend
am rotbraunen Strand
vergehend
im Wind
tausend Jahre lang.

Kleine schwarze Möwenfeder
zu deinen Füßen,
aufgehoben
um nicht
zu vergessen.


© Marion





Eine weiße Feder

Eine weiße Feder
Wehte Aphrodites weicher Atem mir zu
Mit samtener Leichtigkeit
Streichelte sie meine runde Handfläche
Entsandte ein Beben über meine Haut
Und ließ mich in warmen Glückswellen erschaudern

Als ihr sinnenzerstäubendes Rieseln
Mein innerstes Heiligtum erreichte
Entwich meinen Lippen ein Seufzer

Jetzt hat Aphrodite sie wieder
Und mein Herz pocht langsam fordernd
Rotes Blut mir durch den Körper

Auf der Suche nach ihr...


© Lea Candela






Kraft

Gib mir die Kraft, morgens lachend in den Spiegel zu sehen
Gib mir die Kraft, meinen Gefühlen nicht nachzugehen
Gib mir die Kraft, in der Not nach Dir zu rufen
Gib mir die Kraft, nach dem Halt Deiner Hände zu suchen
Gib mir die Kraft, Dich in meinen Träumen bei mir zu haben
Gib mir die Kraft, die Schmerzen am Morgen danach zu ertragen
Gib mir die Kraft, Dir einfach in die Augen zu sehen
Gib mir die Kraft, zu erkennen, wann es Zeit ist zu gehen


© Andrea






Zwischen den Jahren
Schwarzkalte Nächte
Uralter Mondin
Silberlicht
funkelnd
über tiefer Winterruh

Unter eisigem Reif´
das Alte
sterbend
in stiller Dunkelheit
das Neue
keimend


© m.m.






Der Spiegel

Der Alptraum Deines Begehrens
Wird sein Ende nicht mit meiner Hinrichtung nehmen.

Freiheit verlangt Wucherpreise, mein Herz

Wird noch schlagen
Wenn lange Dein Durst gestillt ist
Von warmem Leben aus meinen Adern.

Lauf,
der Singsang morbider Ängste
Soll Dir nichts anhaben!

Vergifte
Deine tugendhafte Reinheit
Mit trunkener Verfehlung
Denn
In gewissenlosem Rausch des Verbotenen
Wird Dich Deine Ursprünglichkeit
Suchen.

Töte mich nicht!

Ich bin die ewige Stätte
Deiner Sehnsucht.

© Natalie






Hab ich Dir heute schon gesagt,
dass ich Dich liebe?
Du hast es nicht gehört?
Warum stellst du nicht (einfach?)
den Fernseher leiser!


© www.AnyaSander.de






Nur für eine Nacht

Wie Blitze aus heiterem Sommerhimmel
Pflügten Deine Küsse meinen Erdenkörper
Wilde Gier trieb den Gewittersturm Deiner Leidenschaft

Nach manchen Gewittern klart der Himmel nicht auf
Schwarze Wolken stauen sich vor den dunkelgrünen Bergen Deiner Angst
Und ihre Tränen verwandeln mich
Ob ich als Salamander mit gelben Punkten
Die egoistische Schlange in den Schluchten des Lügenwalds aufspüre
Zwischen Felsen und reissenden Bergbächen mit Berggnomen mich verbünde
Und vor den blutrünstigen Schreien der Wilddrusen fliehe

Oder ob mich ein warmbrauner Stein in der Sonne
Zum Verweilen in den Weinbergen zu Füssen des Kaisers einlädt
Entscheiden meine vier schwarzen Salamanderpfoten
Plitsch-Platsch glitschen sie über den kalten Boden
In der Ferne lockt ein Sonnenstrahl meine nasse Haut...

© schnewit






Nebelfetzen ziehen ziellos wabernd an des Mondes Hof vorbei
Wie von Geisterhand erheben Schleier ihre Häupter in der
Nacht
Kälteklirrend treibt der Wind Wolken deines Atems vor sich
her
Und ihr Nachtgetier im Unterholzversteck ihr habt acht!
Still ist es geworden, und nur leises Knistern von dort drüben
dringt ans Ohr
Schaudern macht es und doch Sehnen, wie in Trance, im Schlaf
Geh ich blindlings darauf zu, auf das dunkle Felsentor
Weitgespannt die Brust und der Atem stockt vor ungewissem
Neu´n
Und doch geh ich weiter, Neugier ist der Weggefährte mein
Und so gebe Gott diesen Weg sollt ich nie bereu´n
Augen in der Dunkelheit, glänzend blank, sehn mich an
Und dein Haar streift meine Hand, und ich bin daheim
......

© Doris






Ich möchte zu Dir fliegen,
doch meine Propeller sind zerbrochen
an den Felsen der Angst.
Ich möchte Dein Herz finden,
doch irre ich umher
in den Nebelbänken der Unsicherheit.
Ich möchte Dich streicheln,
aber ich habe keine Landeerlaubnis,
die Hemmungen im Tower
geben die Landebahn nicht frei.
Wenn ich eines Tages
doch ankomme,
will ich Dir Liebe und Wärme geben.
Werde ich dann schon zu kalt sein,
durchgefroren vom scharfen Wind
der Enttäuschung ??

© * Urmeli1




...Ohne Worte. Ohne Schmerz. Ohne Stimme, und doch mit eigener Meinung.
Ohne Metaphern, Symbolische Gesten ?
Ohne Akustik. Blickkontakt. Ohne Worte und auch -
ohne Gedanken ? Gedankenlos also ? Ohne Risiko.
Ohne Erfüllung. Fehlende Poesie.....
Ohne Berührung. Ohne Begegnung.
Nein.
Ohne Selbstsicherheit. Ohne Plan. Ohne Hoffnung ?
Wohl nicht.
Ohne Entschuldigung. Also nicht zu entschuldigen ?
Ohne Begrüßung und doch Nähe. Ohne greifbar zu sein.
Ohne Verständnis. Für einander. Für das Unnötige. Für das Geschehene. Ohne
Bedauern ?
Weiß´nicht. Mit Gefühl ? Ich denke schon.
Möchte Dir einmal begegnen ohne verfälschte Zuneigung.
Ohne Worte also. Und doch schmerzlich. Ohne Antithese.
Deine Augen, mein Blick. Mir fehlen sie nun, die
Buchstaben, Silben, Satzzeichen.
Halt mich.
Ohne Worte.


© Deborah Schneider




SELBSTÄNDIGKEIT

Fallengelassen
stehengelassen
links liegengelassen
zur Seite gedrängt
vergessen
sitzengelassen
beiseite geschoben
zurückgedrängt
eingeengt
übersehen

lernten wir
gerade dadurch
selber zu stehen
einen eigenen Stand
zu haben


© S.H.






Zeitansage

Wenn Bomben auf einmal Luftschläge heißen
und im Feuer angeblich niemand verbrannt ist
wenn Flüchtlinge plötzlich willkommen sind bei uns
natürlich nur die von der richtigen Seite
dann weiß ich: Jetzt ist Krieg


Wenn der Kanzler so richtig staatsmännisch guckt
und keine Parteien mehr kennt – nur noch Deutsche
wenn die einen nur gut sind die anderen nur böse
und der Zweck wieder einmal die Mittel heiligt
dann weiß ich: Es ist Krieg


Wenn irgendwie dann doch alles anders kam
als die Herren Strategen sich ausgedacht hatten
wenn nachher alles nur noch schlimmer ist
und niemand das vorher gewußt haben will
dann heißt es: Nie wieder Krieg!
Bis zum nächsten Mal

© Carola Moosbach






sag mir warum du das kannst, warum kannst du das nur?
und sag mir wohin du sie tust, wohin steckst du sie nur?

manchmal glaub ich du nimmst deine fragen und versteckst
sie irgendwo hier bei mir
in dem moment wo du die tür schliesst gehörn sie dann zu mir

wie fühlt sich das an, ohne fragen zu sein ?
wie fühlt sich das an, ohne zweifel zu sein?

ich glaub ich mach dir nächstens nicht mehr auf.
hinter jedem sofakissen nimmt sonst das schicksal seinen lauf.

und wie fühlt sich das an ?
wie fühlt sich das an ...
keine fragen.
keine fragen!


© d.






In jedem Leben kommt der Moment,
wo der Traum, den Du träumst, das Leben wird,
das Du lebst.

© Tina






Ein zitterndes Flämmchen
Macht eben genug Licht
Um in den Ecken
Unheimliches zu beleben
Ich liebe den Kerzenschimmer
Denn er erinnert mich
Daß aus einem winzigen Docht
Aus einer befristeten Existenz
Bedroht durch jeden Luftzug
Dennoch
Ein verheerender Brand wachsen
Kann

© DeeDee






Vergessen den Ort,
vergessen die Zeit,
Leere macht bereit,
fruchtbare Stille,
das Nichts wird Hülle
für das einzig Wahre.

© Andrea Bloss






Wenn ich traurig bin
weine ich alle Träume raus
die ich träumen wollte

© Emily A.






...flüchten will ich...

Ich weiß nicht,
was hast Du mit mir gemacht
spürte Dich ganz dicht
wenn nur an Dich gedacht

Nun schmerzt es mich
meine Gedanken sind tödlich
ich will Dich
doch das ist unmöglich

Dein Herz
gehalten von anderer Hand
bereitet mir Schmerz
reibe aus meinen Augen den Sand

Mein Blick
wird nur langsam wieder klar
vielleicht, durch Zeit und Geschick
vergesse nicht, doch verzeihe ich was war

© Julia






Manchmal ist es schön Gedichte zu lesen. Wir können sie uns selbst schenken, oder anderen. Verse, die uns im Alltag einfällt, oder bei Situationen, die uns ein Auf und Ab an Gefühlen bescheren...
Also los, it`s just for fun and so easy!
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