| Der Weg ins Frauenhaus ist manchmal eine Rettung. | Mir ist
vielleicht folgendes widerfahren: Vergewaltigung, Mißhandlung, Beschimpfung, Drohungen, Ausgehverbot, Haushaltsgeldentzug Ich habe vielleicht kein Geld und ich weiß vielleicht nicht wohin. Ich habe vielleicht Angst. |
| Folgendes
kann ich tun: In fast jeder Stadt gibt es Frauenhäuser. Ich kann sie telefonisch erreichen. Die Nummer(n) finde ich im Telefonbuch oder ich kann sie bei der Auskunft 01188 erfragen. Die Mitarbeiterin vom Frauenhaus verabredet sich mit mir an einem Treffpunkt, denn die Anschrift des Hauses wird zum Schutz der Bewohnerinnen nicht bekanntgegeben. |
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| Die Unterbringung geschieht schnell und unkompliziert. Das Frauenhaus bietet mir (und meinen Kindern) Schutz und Unterkunft, bietet mir Beratung und Hilfe an. Alles, worüber ich mit den Mitarbeiterinnen spreche, bleibt anonym. Die Beratung ist für mich kostenlos und unabhängig von meiner Konfession und Nationalität. | |
| Ich
gestalte selbst, was den Tagesablauf, die
Haushaltsführung, das Kochen und die Erziehung der
eigenen Kinder betrifft. Habe ich kein eigenes Einkommen habe ich Anspruch auf Sozialhilfe. Ich kann das Frauenhaus jederzeit wieder verlassen. |
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| Wenn ich es schaffe, bringe ich für mich
und für evtl. Kinder folgende Unterlagen mit: Heiratsurkunde, Ausweis/ Paß/ Aufenthaltsbescheinigungen, Krankenkassenchipkarte(n), Lohnsteuerkarte, Sparbücher/ Geld, Geburtsurkunden/ Zeugnisse, Arbeitsgenehmigungen (bei Ausländerinnen), Schulsachen der Kinder, Führerschein, Sozialhilfeunterlagen unter Umständen könnten für mich wichtig werden: Lohnzettel vom Mann, Lebensversicherungs- und Bausparunterlagen |
...übrigens, das erste Frauenhaus für mißhandelte Frauen und ihre Kinder wurde 1977 in Berlin (West) gegründet. |
| ...in den USA gibt es fünfmal so viele Tierheime wie Frauenhäuser. | |
| Situation der Frauenhäuser in der Bundesrepublik (Stand: Jan/97) |
| In der BRD gibt es 376 Frauenhäuser. Rund 40.000 Frauen suchen jedes Jahr Schutz vor Streit, Gewalt und Mißbrauch durch Männer. Jede 3. verläßt die Einrichtung bereits nach einer Woche wieder. Nur sehr wenige bleiben länger als ein Jahr. Der Anteil der ausländischen Frauen wächst, da viele deutsche Frauenopfer andere Wege finden, wie Unterschlupf bei FreundInnen oder Verwandten ehe sie ins Frauenhaus gehen. Ausländische Frauen dagegen haben oft keinen sozialen Rückhalt oder private Netze. Ein weiterer Grund für die wachsende Fluktuation ist die sparsame Ausstattung der Frauenhäuser. Der schnelle Wechsel der Bewohnerinnen belastet viele Frauen und Kinder, und stellt höhere Anforderungen an die Sozialarbeiterinnen. Dazu kommen massive finanzielle Schwierigkeiten. Die meisten Einrichtungen bangen um ihre Existenz. Es gibt keine gesicherte Förderung für die Häuser. In Schleswig- Holstein ist die Finanzierung in einem Ausgleich zwischen Ländern und Kommunen fest geregelt. In Niedersachsen sind die 41 Frauenhäuser seit Januar 1997 als "Institutionen" anerkannt, was bewirkt, daß unbefristete Arbeitsverträge mit den Mitarbeiterinnen abgeschlossen werden können. In Hessen kürzte die Landesregierung 1996 die Zuschüsse für die 33 Häuser um fast eine Million auf 6,2 Millionen Mark. (siehe auch Autonome Frauenhäuser) |
| Viele Politiker benutzen Frauenhäuser als Beleg dafür, etwas gegen Gewalt zu unternehmen. Die Gewalt in Familien kann aber nicht mit Frauenhäusern gelöst werden, sondern muß geächtet und sanktioniert werden. |
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| Autonome Frauenhäuser und die Situation in Kassel |
| Am 28.09.1996 fand
in Kassel eine bundesweite FrauenLesben-Demonstration
unter dem Motto "gegen Vereinnahmung, Spaltung und
Zerstörung" statt. Hintergrund der Aktion war, daß
in Kassel und Homberg zwei autonom arbeitende
Frauenhäuser durch die AWO übernommen werden sollten.
Der Vorwurf lautete, daß die AWO, männlich dominiert
und strukturiert, sich anmaßt, jahrzehntelange
Frauenprojektarbeit zu zerstören, um ihr SPD nahes
Wirtschaftsimperium weiter zu expandieren. Allein in den
letzten 3 Jahren seien autonome Frauenhäuser in
Schorndorf-Rems-Murrkreis, Koblenz, Mainz, Preissenberg
und Landkreis Oldenburg durch parteipolitische
Machtinteressen zur Aufgabe gezwungen worden, um
anschließend von großen konformen Wohlfahrtsverbänden
übernommen zu werden. Die FrauenLesben bewerteten diese
Institutionalisierungen als Angriff auf die erkämpften
FrauenLesbenstrukturen. Sie betonten, daß seit 17 Jahren
im Frauenhaus Kassel immer wieder versucht wurde,
qualitativ andere Formen von Zusammenarbeit und
Lebensentwürfen umzusetzen. Diese basierten auf
Kollektivität ohne Hierarchie, Selbstbestimmung beim
arbeiten, Antirassismus, keine Trennung von Hand- und
Kopfarbeit. Den Mitarbeiterinnen lag besonders daran, die
Frauenhausbewohnerinnen nicht zum "Klientel" zu
machen. Erst werde über Kürzungen und Streichungen
Druck ausgeübt, gleichzeitig werden staatliche
Interventionsprogramme gegen sogenannte "häusliche
Gewalt" aus dem Boden gestampft und die
FrauenhausProjekte unter ihrer Existenzangst zur
Mitarbeit gedrängt, so die Kasseler FrauenLesben. Die
Aktion wurde von vielen bundesweiten Frauenhäusern
unterstützt. Ab dem 20.12.96 besetzten Unterstützerinnen und Mitarbeiterinnen das seit 18 Jahren bestehende autonome Kasseler Frauenhaus. Am 15.01.97 klagte die Stadt Kassel auf Räumung. Sie will die Trägerschaft an die AWO übertragen. Da die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen von einer nicht fristgerechten Kündigung ausgehen, wird nun das Gericht entscheiden. Merkwürdigerweise hatte die Stadt für den Frauenhaus-Verein keine Mark über, sichert aber der AWO zu, dessen sämtliche Kosten hinsichtlich des Frauenhauses zu übernehmen. |
| Das autonome Frauenhaus bittet um Spenden: Sparda Bank Kassel, BLZ 520 90500, Konto 618 371 |
Tel. 0451/ 66033, Fax: /624386, www.autonomes-frauenhaus.de, email: info@autonomes-frauenhaus.de |
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