Literatur- und Filmauswahl
Mädchen und Frauen im Zusammenhang mit dem
Nationalsozialismus, Rassismus und Sexismus
Teil IVc
(zusammengestellt von Jana Arakeljan; aktualisiert am 06. Juni 2001)




Gewalt gegen Frauen als Kriegsmittel: Zwangsarbeit
 
"Wir waren wie Vieh. Lebensgeschichtliche Erinnerungen ehemaliger Zwangsarbeiterinnen" von Tamara Frankenberger (Verlag Westf. Dampfboot, ISBN 3-89691-417-0)
"Zwangsarbeit im Kinderzimmer. »Ostarbeiterinnen« in deutschen Familien von 1939 bis 1945. Gespräche mit Polinnen und deutschen Frauen" von Annekatrein Mendel (dipa-Verlag, ISBN 3-7638-0337-8; DM 34,-)
"»Entbindungsheim für Ostarbeiterinnen«, Braunschweig, Broitzemerstraße 200" von Bernhild Vögel (Hamburg 1989)
"Kinder, die nicht zählten. Ostarbeiterinnen und ihre Kinder im zweiten Weltkrieg" - Am Beispiel Westfalen untersucht Gisela Schwarze ein bislang unbeachtetes Kapitel des nationalsozialistischen Regimes: Das Schicksal von Zwangsarbeiterinnen und ihren Kindern (Verlag Klartext, ISBN 3-88474-578-6)
"Feinde im eigenen Land. Zwangsarbeit in Hannover im Zweiten Weltkrieg" von Janet Anschütz und Irmtraud Heike (Regionalgesch., Bielefeld 2000, ISBN 3895343323, DM 29,80)
"Schönes, schreckliches Ulm. 130 Berichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in den Jahren 1940 bis 1945 in die Region Ulm/Neu-Ulm verschleppt worden waren." von Silvester Lechner (Hg.) (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e. V., 1996, DZOK-Manuskripte, Bd. 3)
"Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in Blomberg 1939-1945. Eine Dokumentation" Angaben zu Verfasser/inn/en fehlen (Regionalgesch., Bielefeld 1994, ISBN 3895341371, DM 14,80)
"Zwangsarbeit in Genshagen" von Martina Dietrich (Hg.) (Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, 1996; Brandenburgische historische Hefte 4)
"Das Frauenorchester in Auschwitz. Musikalische Zwangsarbeit und ihre Bewältigung" von Gabriele Knapp (aus der Reihe "Musik im »Dritten Reich« und im Exil" - Band 2; von Bockel Verlag 1996)
"Musik in Auschwitz" von Szymon Laks (Droste Verlag, Düsseldorf 1998; ISBN 3770010922; DM 26)
"Der Weg zum Krematorium führte am Siemenslager vorbei. Ravensbrückhäftlinge als Zwangsarbeiterinnen bei Siemens" von Ursula Krause-Schmitt in "Informationen Nr. 37/38" vom Studienkreis Deutscher Widerstand (Frankfurt/M. 1993)
"Siemens, der Nationalsozialismus und die moderne Familie. Eine Untersuchung zur sozialen Rationalisierung in Deutschland im 20. Jahrhundert" von Carola Sachse (Hamburg 1990)
"Die Frauen von Obernheide: jüdische Zwangsarbeiterinnen in Bremen 1944/145" von Hartmut Mueller (Donat Verlag Bremen 1988, ISBN 3-924444-37-4)
"In einem deutschen Städtchen. Erinnerungen einer polnischen Zwangsarbeiterin" von Krystina-Ewa Vetulani-Belfoure (Verlag Donat, ISBN 3-931737-62-4)
"Als Zwangsarbeiterin 1941 in Berlin. Die Aufzeichnungen der Volkswirtin Elisabeth Freund" von Carola Sachse (Hg.) Berlin 1996)
"Verschleppt ans Ende der Welt. Schicksale deutscher Frauen in sowjetischen Arbeitslagern" von Freya Klier (Ullstein-Verlag, Frankfurt/M. 1996)
"Spurensuche auf dem Siemensgelände - Ravensbrückerinnen erinnern sich an die Zwangsarbeit" (Verleih und Produzierende der Redaktion nicht bekannt, evtl. bei Gedenkstätte erfragen)
"Für Lohn und Würde. Zwangsarbeiterinnen klagen gegen DaimlerChrysler" von Helmuth Bauer und Rainer Burmeister (30 min; BRD 1999; Verleih bei Landesfilmstellen erfragen)
54 Jahre nach Kriegsende hat ein Thema auch die Banken, Versicherungen und Konzerne, wieder eingeholt, das von ihnen über Jahrzehnte verdrängt und verleugnet worden war. Es geht um die Verstrickung dieser Firmen in die Kriegs- und Vernichtungspolitik der Nazis, den völkerrechtswidrigen Einsatz von mehr als acht Millionen ZwangsarbeiterInnen aus allen besetzten Ländern Europas. Im Mai 1999 reichten die Genshagenerinnen in Stuttgart Klage gegen DaimlerCrysler ein, gerade noch rechtzeitig, da im Juli 1999 die Verjährungsfrist für diese Verbrechen abläuft. Seit 1990 begleitet Helmuth Bauer die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen auf ihrem langen Weg zu moralischer und materieller Anerkennung ihres erlittenen Unrechts. Der Film zeigt neben Archivmaterial aus der Nazizeit einige von ihnen beim Besuch der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück, in einer Ausstellung zur Geschichte der "Genshagenerinnen", in Gesprächen untereinander und mit Vertretern des DaimlerChrysler- Konzerns, der in entwürdigender Weise ihre Entschädigungsforderungen ablehnt.
"Gestohlene Jugend. Die Zwangsarbeiterinnen von Freiberg" von Claudia Schön.
Am 30. August 1944 rollt im Bahnhof ein Sondertransport aus Auschwitz ein. Er bringt exakt 1000 polnische und tschechische Frauen in die sächsische Kleinstadt, kahl rasiert und in KZ-Kleidung. Nachts werden sie barfuss in die ehemalige Porzellanfabrik getrieben. Für acht lange Monate verschwinden sie hinter Mauern der umgerüsteten Fabrik. Hier nieten sie von nun an täglich zwölf Stunden Tragflächen für die „Arado“-Flugzeugwerke. Vor zehn Jahren erhielt der Leiter des Christlichen Jugenddorfwerks Michael Düsing einen Hinweis über das Lager. Seitdem sucht er nach Spuren, will wissen, wie diese Frauen dort lebten. Mühselig trägt er die Indizien zusammen. Schließlich findet er einige der überlebenden Frauen, unter ihnen Bonislawa Rezak, Kasimira R., Lisa Mikova und andere. Die Frauen erzählen vom Leben in der Isolation hinter den Fabrikmauern, von den Misshandlungen durch SS-Scharführer Beck, aber auch vom Alltag nach der Arbeit. Denn die Umstände schweißen die Frauen zusammen. Sich machen sich Mut, singen heimlich Lieder, führen sogar „Romeo und Julia“ auf. Sie schaffen sich eine Traumwelt, in die sie wahrscheinlich nicht zurückkehren werden. Am Ende haben 992 der 1000 jüdischen Frauen überlebt, nur acht starben. Michael Düsing möchte den Unbekannten ein Mahnmal setzen, und er möchte verhindern, dass dieses dunkle Kapitel Freiberger dem Vergessen anheim fällt.
Der Film besucht Michael Düsing und begibt sich mit ihm zu einigen der Überlebenden.







Verzeichnis


Frauen im II. Weltkrieg/ Nationalsozialismus









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