
Zwangsarbeit
durch Mädchen und Frauen
im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus
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| Mehr als zehn Millionen Ausländerinnen
und Ausländer arbeiteten während des II. Weltkriegs in
der deutschen Kriegswirtschaft. Von diesen waren rund
sieben Millionen verschleppte Zivilistinnen und
Zivilisten aus den von Deutschland besetzten Ländern,
Kriegsgefangene sowie von der SS "verliehene"
weibliche und männliche Häftlinge aus den Konzentrationslagern. Im August 1944 gab es 7,65 Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und rund 600.000 Zwangsarbeiter/-innen aus den Konzentrationslagern. Darunter widerum waren schätzungsweise 100.000 Jüdinnen und Juden. Mehr als die Hälfte der zur Zwangsarbeit gezwungenen Menschen waren weiblichen Geschlechts. |
| Die Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter
wurden in Rüstungsbetrieben (u. a. in der
Flugzeugindustrie, Munitionsbetrieben) und deren
Zulieferungsbetrieben, im Steinkohlenbergbau, in der
Landwirtschaft oder bei SS-Familien eingesetzt. Das nationalsozialistische Regime führte Sonderabgaben ein, um die Löhne der Polinnen, Polen und "OstarbeiterInnen" auf Pfennigbeträge zu reduzieren. Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge, die die anstrengendsten, gefährlichsten und schmutzigsten Arbeiten verrichten mußten, gingen leer aus. Ihre Lebensmittelversorgung wurde den Anforderungen an ihre Arbeistkraft in keiner Weise gerecht. Ständiger Hunger, Appelle in den Lagern, Diskriminierungen, Schikanen und Strafen waren an der Tagesordnung. Von der Zwangsarbeit profitierten der Staat ("Ausländersonderabgaben", Verleihgebühr der Unternehmen für die Häftlinge) und im großen Stil die kapitalistischen Unternehmen. Sowohl die Produktionsexpansion als auch die hohen Profite in der Waffenindustrie hätte es ohne die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nicht gegeben. |
| Hunderttausende
Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter starben an
Entkräftung, Mangelkrankheiten, durch Luftangriffe
(Luftschutzräume blieben ihnen oft verwehrt), bei
Arbeitsunfällen oder an den Folgen von Gewalt und
Verletzungen. Hunderte russische und polnische Säuglinge und (Klein)Kinder von Zwangsarbeiterinnen starben wegen Vernachlässigung in den "Ausländerkinder- Pflege- Heimen". |
| Von einigen freiwilligen Zahlungen
abgesehen haben bisher die meisten Betriebe, die von
Zwangsarbeit profitierten, eine Bezahlung der Arbeit
sowie ein Entschädigung für ihre Opfer abgelehnt. Sie
verweisen u.a. auf das Bundesentschädigungsgesetz.
Dieses sieht jedoch nur Zahlungen für körperliche
Schäden oder für den Freiheitsentzug (KZ) vor, nicht
jedoch für geleistete Zwangsarbeit. Die Einrichtung eines Bundesfonds lehnte die Bundesregierung mehrmals ab. |
(Stand: 01/99) |
| Der
"Generalbevollmächtigte für den
Arbeitseinsatz" Sauckel "überstellte" den
Industriebetrieben bis 1944 7,5 Millionen
Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie
Kriegsgefangene. KZ-Häftlinge wurden gegen eine Gebühr von RM 4,- bis 8,- täglich an Industriefirmen "verliehen". Obwohl die durchschnittliche Lebensdauer der Häftlinge mit nur 9 Monaten veranschlagt war, ergab die "Rentabilitätsberechnung" der SS einen "Reingewinn" von RM 1.431 pro Person, zu dem noch weitere RM 200,- aus der "rationellen Verwertung der Leiche" geschlagen wurde. (Quelle: Informationen zur politischen Bildung: Nationalsozialismus, 1991). |
Der Konzern Siemens feierte kürzlich
seinen 100. Geburtstag Am 08. Dezember 1898 eröffnete die "Telegraphen-Bau-Anstalt Siemens & Halske" ihr erstes Büro in der Berliner Paulsstraße. 1939 forderten die Siemensstädter Werke erstmals jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an. 1942 wurde eigens eine Fabrik neben das Frauen- Konzentrationslager Ravensbrück errichtet. Zahlreiche Konzentrations- und Nebenlager wurden an vorhandenen Produktionsstandorten errichtet. 1943 schufteten etwa 60.000 Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter (Kriegsgefangene, Fremdarbeiterinnen und Fremdarbeiter sowie weibliche und männliche KZ-Häftlinge) bei Siemens & Halske sowie bei den Siemens-Schuchert-Werken. (Schätzung des Historikers Karl-Heinz Roth, Hamburg 1998). Öffentliche Entschuldigungen, die einigen Menschen als Anerkennung wichtig wären, gab es bislang nicht. Auch nicht auf den Jubiläumsfeiern zum 100. Konzern-Geburtstag im Dezember 1998. Kann man nur hoffen, das in der eigenen Konzerngeschichte das Thema Zwangsarbeit trotzdem erwähnt wird. |
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Zwangsarbeit als Kriegsmittel
Frauen
im II. Weltkrieg
Gewalt
gegen Frauen als Mittel der Kriegsführung


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