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Die Geschichte des Muttertages |
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Diffamierung & Diskriminierung
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den 20er Jahren drängten Frauen massiv auf die Teilnahme
am gesellschaftlichen Leben, sie wollten Arbeitsplätze,
Bildung und ähnlich unverschämtes. Doch die
Blumenhändler waren schneller. Fix übernahmen sie die
Vorarbeit ihrer amerikanischen Kollegen und führten den
Muttertag ein. Seitdem werden Mütter einmal jährlich
über die fehlende Anerkennung hinweggetröstet und der
Blumenumsatz in die Höhe gehoben. Alljährlich wechseln 6 Millionen blumige Gegengaben in der zweiten Maiwoche über den Ladentisch. Nach drei Wochen sind die kleinen Aufmerksamkeiten verwelkt. |
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| Doch zurück zu den
Händlern, um ihre Hoffnungen geht es hier schließlich. 1926 legten sie das Marketing in neutrale
Hände, in die Gesamt- Interessenvertretung des
öffentlichen Gewissens, auch Arbeitsgemeinschaft für
Volksgesundung genannt. Ihre Hoffnungen: "Dieser
Arbeitsgemeinschaft wird es hoffentlich gelingen, weite
Kreise hierfür zu interessieren, Kirche und Schule zu
gewinnen und die Regierung dahin zu bringen, den
Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als offiziellen
Feiertag festzulegen." (Verbandszeitung
Deutscher Blumenhändler 13/1926) erfüllten sich: "Nun
haben wir auch den Muttertag zum ersten Male, Dank der
Unterstützung der Regierung, richtig zur Geltung
gebracht und gefeiert... Das Ziel der Regierung, die
Familie zu harmonischem Familienleben zurückzuführen,
wird durch solche allgemeine Familientage wie den
Muttertag am besten erreicht."
(Verbandzeitung Deutscher Blumenhändler, Nr. 21 von
1934) 1939 wurden dieser Zielsetzung die Nahkampfspangen gerecht. |
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| Gegen
Ende des Krieges, bedankte man(n) sich nicht mehr bei der
Gebärmaschine, sondern zweckmäßigerweise beim
"mütterlichem" Durchhaltevermögen an der
Heimatfront. So ließ die Reichsfrauenführung zum
Muttertag der einsamen Frau (1944)
verlauten: "Der Ausgang des Krieges hängt
weniger von materiellen, als von ethischen
Voraussetzungen und Gegebenheiten ab. Damit erwächst
aber den Frauen als Trägerinnen der Stimmung und Haltung
in der Heimat und indirekt auch an der Front eine große
Verantwortung. Denn ebenso kriegsentscheidend wie die
Waffentaten ist die seelische Rüstung eines
Volkes." |
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| Nach
Kriegsende gab es wieder Blumen. Die Blumenhändler
gingen ein Bündnis mit dem Elly- Heuss- Knapp- Projekt
ein. Letztere warb für den Blumenkauf im
Blumenfachhandel, während jener die bekannten
Pappherzchen verkaufte. |
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| In
den 50er Jahren war die
Arbeitslosigkeit hoch und "für Mutterwirken
gab es keinen vollwertigen Ersatz" (Würmeling).
Die Ex- Trümmerfrauen wurden ins Haus verbannt, dort gab
es genug treusorgende Arbeit, Anpassung und Sorgen.
Wofür es dann "das Glück aller Frauen und
Mütter gab. Frauengold. Das sinnige Geschenk zum
Muttertag." 1966
konstatierte das Müttergenesungswerk, "daß
90vH von 90.000 im Jahre 1966 betreuten Mütter unter
ernsthaften gesundheitlichen Schäden litten, da sie
Belastungen ausgesetzt sind, die ihre Kräfte
überfordern." |
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| Im
wirtschaftlichen Hoch der 60/70er
Jahre durfte Muttern den Arbeitsmarkt kurzfristig
bereichern. Um Ende der 70er Jahre -der Zeit des Tiefs-
wieder schnell und für immer zurückbeordert zu werden.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit verführte Mutter zum
Glauben an ihre Selbständigkeit. Das war gefährlich
für das Bruttosozialprodukt, das sollte wachsen und
wachsen und nicht das Weib. |
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| 1978 schritt Kohl zur Tat und betonte den
militärpolitischen Hintergrund der Mutterrolle: "Wie
wollen wir bei der Geburtenrate von heute in 5 Jahren
unsere NATO- Verpflichtung erfüllen? Für mich ist die
Frage der Familienpolitik die zentrale Frage der
staatlichen Politik." Und 1982 gegenüber "Bild der Frau", mit der Hoffnung auf die sich selbsterfüllende Prophezeiung: "Meine Hochachtung unseren Müttern, die ein Leben lang ihre Pflicht getan haben, ohne zu protestieren... die aufopfernd diese ungeheure Leistung vollbracht haben." |
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| 1984 dann "Die veränderte Situation der Frau heute- ihre größere Unabhängigkeit, ihre einseitige Erziehung zum Beruf einerseits, ihre Benachteiligung der Funktion in der Familie andererseits- führt zu wachsender Instabilität der Familie, die wiederum zu Scheidung und Jugendkriminalität"( Meves, Kindergesundheit, 10/84). | ||||
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1986 der Stein der Greisen: das Erziehungsgeld, es spart Krippenplätze und hält Muttern vom Arbeitsmarkt fern. 1997 ergänzt durch die Reform des Arbeitsförderungs- Gesetzes: Nunmehr hat Muttern nach der "Babypause" keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz der ihrer Qualifikation entspricht. Die Ausbildung unserer Töchter können wir uns also sparen. Oder? | ![]() |
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| © 1997 Sabine Voigtländer | ||||