Astrid Lindgren (1907-2002)




Weltweit sind die Bücher von Astrid Lindgren in über 120 Millionen Exemplaren verkauft worden, davon 25 Millionen im deutschsprachigen Raum. Hinzu kommen viele Verfilmungen für das Fernsehen und die Kinoleinwand sowie in den letzten Jahren auch Computerspiele mit Pippi.

Nach Angaben des Hamburger Oetinger Verlags ist "Pippi Langstrumpf" auch in Deutschland nach wie vor das mit Abstand beliebteste Lindgren-Buch. Nach "Pippi" liege "Wir Kinder aus Bullerbü" an zweiter Stelle der Beliebtheitsskala, gefolgt von den "Michel"- Geschichten um den blonden Jungen aus Lönneberga. 

Bemerkenswert sei, dass sich Lindgren nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland nur langsam durchsetzte. 
Das Geheimnis des langen Erfolgs der Bücher mag darin liegen, dass die Autorin den "Kindern Mut macht, stark zu sein und mit Optimismus durchs Leben zu gehen". 


Astrid Lindgren erhielt mehrere Auszeichnungen
- 1978 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 
- 1994 den Alternativen Nobelpreis wegen ihres Engagements für "Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und Verständnis gegenüber Minderheiten ebenso wie für ihre Liebe und Sorgfalt im Umgang mit der Natur".


 

Astrid Lindgren 

... kam am 14. November 1907 in dem Dörfchen Näs als Astrid Anna Emilia Ericsson in einer Bauernfamilie auf die Welt und wuchs in der benachbarten Kleinstadt Vimmerby auf.

Nach ihrer Ausbildung zur Sekretärin, heiratete Astrid Lindgren. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter veröffentlichte Lindgren 1944 ihr erstes Kinderbuch "Mai-Britt erleichtert ihr Herz". 1945 folgte "Pippi Langstrumpf". Das Buch sei eher zufällig als Unterhaltung für die krank im Bett liegende Tochter entstanden, hat Lindgren später über diesen in 85 Sprachen übersetzten Welterfolg erzählt.
1952 verstarb der Ehemann. 
Bis in die 80er Jahre verfasste Lindgren zahlreiche Kinderliteraturklassiker. Nach dem Ende ihrer schriftstellerischen Arbeit Anfang der 90er Jahre hat sich Astrid Lindgren öffentlich immer wieder für die Rechte von Kindern, gegen die industrielle Massentierhaltung und für einen generell verbesserten Tierschutz eingesetzt. 1992 "schenkte" der damalige schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson der Autorin zum 85. Geburtstag ein neues Tierschutzgesetz.

Im Alter erblindete Astrid Lindgren fast völlig. Astrid Lindgren hat "jede Menge Enkel und Urenkel". Ihren Lebensabend verbrachte sie gut umsorgt und in engem Kontakt mit einer Freundin, einer Tochter und ihrer Agentin Kerstin Kvind. 
Am Montag, den 28. Januar 2002 starb Astrid Lindgren in ihrer Stockholmer Wohnung in der Dalagatan 46 im Alter von 94 Jahren. Wie ihre Tochter Karin Nyman mitteilte, war Lindgren seit mehreren Monaten durch eine Virusinfektion "immer schwächer geworden und zuletzt sanft eingeschlafen". 

In Schweden änderten Fernsehen und Rundfunk sofort nach dem Bekanntwerden der Todesnachricht ihre Programme und strahlten Interviews mit Astrid Lindgren, Ausschnitte aus Verfilmungen oder Lesungen aus ihren Büchern aus. Kulturministerin Marita Ulvskog sagte: 

"Wir werden Astrid Lindgren ungeheuer vermissen. Sie war persönlich vollkommen anspruchslos, aber so ungemein entschieden darin, dass Kinder das Wichtigste auf der Welt sind."


     
    © 29. Januar 2002, J. A.



Literaturauswahl
"Mai-Britt erleichtert ihr Herz" (1944)
"Pippi Langstrumpf" (1945/ dt. Übersetzung 1949)
"Meisterdetektiv Kalle Blomquist" (1950)
"Wir Kinder aus Bullerbü" (1954)
"Mio, mein Mio (1955)
"Karlsson vom Dach" (1956) 
"Rasmus und der Landstreicher" (1957)
"Michel in der Suppenschüssel" (1964) 
"Die Brüder Löwenherz" (1974) 
"Ronja Räubertochter" (1982)








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