| "Sie war eine Frau,
die geboren wurde, um zu kämpfen", sagte Friedensnobelpreisträger
Schimon Peres an Lea Rabin`s Todestag. ~~~~~~~~ Ahmed Kurei, Präsident des Palästinenser-Parlaments, nannte sie "eine starke Frau, eine Frau des Friedens, die wir vermissen werden." |
Lea Rabin Lea Schlossberg wurde 1928 als Tochter einer jüdischen Familie, die vom Getreidehandel lebte, in Königsberg geboren. Bereits einen Tag nach Hitlers Machtergreifung wanderten sie und ihre Eltern nach Palästina aus. Lea machte in Palästina ihr Abitur und heiratete 1948 - noch während des israelischen Unabhängigkeitskrieges - den sechs Jahre älteren Jitzchak Rabin. Sie selbst kämpfte in der Haganah, dem Vorläufer der israelischen Armee, in der auch ihr Mann aktiv war. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Lehrerin und arbeitete kurz in diesem Beruf, kümmerte sich dann aber um ihre Tochter und ihren Sohn. Mit der politischen Karriere ihres Mannes wuchsen auch die Anforderungen an Lea Rabin. Sie verstand sich durchaus als Beraterin ihres eher als schüchtern geltenden Mannes. Durch ein illegales Devisenkonto während Rabins Amtszeit als Botschafter in den USA verursachte sie ungewollt den Rücktritt ihres Mannes als Ministerpräsident. Hinsichtlich seiner Politik mit den PalästinenserInnen wurde Jitzchak Rabin in seiner Heimar Israel von den einen als Held gefeiert und von den anderen wegen seiner Kompromisse mit den PalästinenserInnen als Verräter geächtet. 1993 wurde Jitzchak Rabin gemeinsam mit dem Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und dem ehemaligen israelischen Ministepräsidenten Schimon Peres mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Am 04. November 1995 wurde Jitzchak Rabins durch einen jüdischen Rechtsextremisten ermordet. Die Ermordung Rabin`s schockierte die Welt und veränderte zugleich das Gesicht der Nahostpolitik. Die eigentlichen Täter sah Lea Rabin in den Kreisen um den damaligen rechtsgerichteten Oppositionsführer Netanjahu und dessen Likud-Partei, die kampagnenartig gegen die von Rabin und Peres initiierten Verträge von Oslo hetzten. Nach dem Tod ihres Mannes verstand sich Lea Rabin als Bewahrerin seines politischen Vermächtnisses: Sie setzte sich wiederholt für eine Fortsetzung des Friedensprozesses mit den PalästinenserInnen ein. Sie reiste von Termin zu Termin in Europa und den USA, um die bisherigen Bemühungen ihres verstorbenen Mannes für den Frieden zwischen Israel und Palästina fortzuführen. In Israel wurde sie - nicht immer wohlwollend - "Witwe der Nation" genannt. Obwohl von manchen Israelis umstritten, wurde Lea Rabin zu einer weltweit anerkannten Botschafterin des Friedens und der Versöhnung mit den PalästinenserInnen. "Ich bin", so sagte sie, "halt ein Symbol dessen, was von meinem Mann übrig geblieben ist". Lea Rabin kritisierte den rechtsgerichteten "Bremser" Benjamin Netanjahu, verurteilte aber auch den gegenwärtigen Regierungschef Ehud Barak, dessen Zugeständnisse an die PalästinenserInnen ihr zuletzt widerum ebenso zu weit gingen. Am 13. November 2000 starb Lea Rabin - nach monatelangem Kampf gegen den Lungenkrebs - in Petach-Tikva bei Tel Aviv in Israel im Alter von 72 Jahren. Ihre Tochter Dalia Rabin- Peelosof wird - so eine Hoffnung - ihr Gedenken wachhalten. |
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| © 14. November 2000, J. A. |
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