
Situation der Frauen in
Algerien
![]()
| Seit 1991 herrscht
in Algerien Bürgerkrieg, dem
hauptsächlich Frauen und Kinder
geopfert werden. Jede Woche ist von Massakern
zu lesen: nachts werden Dörfer und Städte überfallen,
den Frauen, Kindern, sogar Babys werden die Kehlen
durchschnitten oder sie werden geköpft. Am 30.09.97
berichtete die Nachrichtenagentur Reuter davon, daß
moslemische Fundamentalisten elf Lehrerinnen überfallen
und ermordet haben. Auch ihnen wurden die Kehlen
durchgeschnitten. Zuvor sind die Frauen mehrfacht
bedrängt worden, ihre Arbeit aufzugeben. Berufstätigkeit
von Frauen wird von den Fundamentalisten abgelehnt. Was ist also los in Algerien und wie kann dieser Zustand der fast täglichen Massaker so lange anhalten? 1991 hat das algerische Militärregime die algerischen Wahlen abgebrochen, als sich ein Sieg der Islamischen Heilsfront (FIS) abzeichnete. Die fundamentalistische FIS fordert einen Gottesstaat und ist in Algerien verboten. Ihr militärischer Arm AIS (Islamische Armee des Heils), vor allem aber die mörderische Splittergruppe GIA (Bewaffnete Islamische Gruppe), terrorisiert die Bevölkerung mit Massakern und Attentaten. Die GIA bezeichnet ihre Bluttaten als "Opfergabe an Gott". Die Anzahl der Todesopfer des Bürgerkrieges wird auf 80.000 bis 100.000 Toten geschätzt. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat kürzlich alle einflußreichen Länder dazu aufgerufen, den Vorgängen nicht mehr tatenlos zuzusehen. Darauf reagierte die algerische Regierung mit der Feststellung, das dies eine Einmischung in innere Angelegenheiten sei. Annan entschuldigte sich. Das Problem liegt darin, daß Algerien noch eine Regierung hat. Und Polizei und Armee funktionieren. Und so kann die UNO nicht wie in Burundi oder Somalia aus humanitären Gründen aktiv werden. Die USA bekommen Öl und Gas von Algerien, und sind nicht an einem verschlechterten Verhältnis zur algerischen Regierung interessiert. Frankreich als ehemalige Kolonialmacht hält sich ebenfalls zurück. Die vier Menschenrechtsorganisationen amnesty international, Human Rights Watch, Internationale Liga für Menschenrechte und Reporter ohne Grenzen forderten am 15.10.97 in einer gemeinsamen Erklärung die UN-Menschenrechtskommission auf, eine Sondersitzung über die Lage in Algerien einzuberufen. Auch die EU sei gefordert. Eine internationale Untersuchung soll alle aufgetretenen Menschenrechtsverletzungen aufdecken und untersuchen. |
"Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn und Widerstand. Frauen in Algerien" von Bettina Ruehl (Horlemann-Verlag, 1997, 192 S., 24 DM) Die deutsche Journalistin Bettina Ruehl hat 1996 während einer mehrwöchigen Recherchereise Berichte von 24 Frauen unterschiedlicher sozialer Herkunft aus Algier und Oran aufgezeichnet. Es handelt sich um Frauen, die vergewaltigt wurden oder mit dem Tode bedroht werden, weil sie mit aller Kraft gegen den islamischen Terrorismus kämpfen und sich mutig einer Öffentlichkeit stellen, aus der die Männer sie verbannen möchten. |
algeria-watch homepage: Informationen zu Algerien |
© All rights reserved 1997-2000 Jana Arakeljan, Germany |